Geldspritze der Fed gibt Asien-Börsen Auftrieb

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 18:03 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Der milliardenschwere Anleihenrückkauf der US-Notenbank zur Ankurbelung der Konjunktur hat am Donnerstag die Rally an den Aktienmärkten in Fernost befeuert.

Investoren erwarteten, dass die japanische Zentralbank in der kommenden Woche der Fed folgt und ebenfalls ihre Geldpolitik lockert. Auf die Stimmung drückte allerdings, dass es im Haushaltsstreit in den USA noch keinen Durchbruch gibt. Finden Demokraten und Republikaner bis Jahresende keinen Kompromiss, treten automatische Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen in Kraft, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten. Die Einigung der EU-Finanzminister auf eine Bankenaufsicht für die Euro-Zone ließ derweil den Euro im fernöstlichen Handel auf 1,3080 Dollar steigen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte in Tokio knapp 1,7 Prozent auf 9742 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit rund acht Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg ein Prozent auf 799 Punkte. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik mit Ausnahme Japans notierte 0,3 Prozent höher. Damit setzte sich die Rally an den asiatischen Börsen den siebten Tag in Folge fort.

"Die Fed Maßnahmen zur Lockerung haben den Erwartungen entsprochen, aber das Setzen von eindeutigen Inflations- und Arbeitslosenzielen übertraf die Hoffnungen und wird auf der geldpolitischen Seite für Klarheit sorgen", sagte Analyst Kim Yong Goo von Samsung Securities. Die US-Notenbanker kündigten an, dass der seit vier Jahren quasi bei null liegende Leitzins so lange nicht steigen soll, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt und auf Sicht von ein bis zwei Jahren eine Inflationsrate von höchstens 2,5 Prozent erwartet wird.

In Japan wird nach den Wahlen an diesem Sonntag ebenfalls eine deutliche geldpolitische Lockerung erwartet, wenn die japanischen Zentralbanker vom 19. bis 20. Dezember zusammenkommen. Der Yen schwächte sich weiter ab und ließ die Anleger vor allem bei Exportwerten zugreifen. In Tokio verteuerten sich Anteilsscheine von Toyota um 1,1 Prozent. Die Dividendenpapiere von Nissan gewannen 2,2 Prozent. Nikon- und Sony-Aktien legten mehr als sechs Prozent zu. In Südkorea kletterten Papiere von Samsung Electronics um rund drei Prozent und tendierten damit so hoch wie noch nie zuvor.

 
A man looks at an electronic board displaying rises in share indices outside a brokerage in Tokyo December 13, 2012. Japan's Nikkei average surged above 9,700 for the first time in eight months, led by exporters, as the yen fell to a multi-month low on mounting expectations of aggressive monetary easing by the Bank of Japan after a general election at the weekend. REUTERS/Yuriko Nakao (JAPAN - Tags: BUSINESS)