Fed warnt vor Fiskalklippe - US-Börse büßt Gewinne ein

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 07:47 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Furcht vor einer Rezession verunsichert die Wall Street. Nach einer leichten Rally im Tagesverlauf gingen die US-Börsen am Mittwoch kaum verändert aus dem Handel.

Zwar hatte die Ankündung der Federal Reserve, die Notenpresse wieder kräftig anzuwerfen, zunächst Hoffungen auf eine Belebung der flauen US-Konjunktur geweckt. Fed-Chef Ben Bernanke warnte aber davor, die Rechnung ohne die Streitparteien im Kongress zu machen. Sollten Republikaner und Demokraten ihren Haushaltskonflikt nicht beilegen und automatische Ausgabenkürzungen sowie Steuererhöhungen die USA in die Rezession stürzen, könne die Geldpolitik den Schaden nicht ausgleichen.

Aus Washington kamen dazu keine ermutigenden Signale. Der Verhandlungsführer der Republikaner, John Boehner, erklärte lediglich, es bestünden weiter "ernsthafte Differenzen" mit den Demokraten. Damit steuert die weltgrößte Volkswirtschaft auf die Fiskalklippe zu. Die dann drohende Rezession ist seit Wochen das wichtigste Gesprächsthema an den Börsen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende kaum verändert bei 13.245 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.227 und 13.329 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss mit minimalem Aufschlag bei 1428 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 3013 Punkte. In Europa hatten die Börsen bei der Fed-Ankündigung bereits geschlossen. In Frankfurt spekulierten Anleger auf eine Erholung der US-Wirtschaft: Der Dax setzte seine Rally fort und schloss 0,3 Prozent höher bei 7614 Punkten.

Gefragt waren in New York Aktien von Aetna, die 3,2 Prozent zulegten. Der drittgrößte US-Krankenversicherer will im neuen Jahr sowohl bei Umsatz wie Gewinn stärker als bislang erwartet zulegen.

Abwärts ging es dagegen für die Aktie von Wal-Mart. Papiere der Supermarktkette fielen 2,8 Prozent, nachdem Indien einen Untersuchung zu Lobby-Aktivitäten angekündigt hatte.

3,2 Prozent gaben Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly nach. Das Unternehmen hat Probleme mit einem potenziellen Blockbuster-Medikament gegen Alzheimer. Das Mittel fiel in zwei Studien durch, nun soll eine dritte Untersuchung folgen.

Wenig Hoffnung versprühte auch 3M. Der Mischkonzern stellte Investoren in einer "absehbar schwächeren Weltwirtschaft" einen Gewinnzuwachs von rund acht Prozent in Aussicht und blieb damit unter den Erwartungen der Wall Street. Die Aktie verlor 0,6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 1457 Werte legten zu, 1551 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 985 im Plus, 1504 im Minus und 110 unverändert.