Schweizer Börse von SNB und Fed wenig beeindruckt

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 17:31 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag leicht abgeschwächt.

Weder die Ankündigung einer neuen Geldspritze der US-Notenbank (Fed) noch die Veröffentlichung der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) konnten dem Markt Auftrieb geben. Das Geschäft verlief laut Händlern "vorweihnächtlich ruhig".

Die Beschlüsse der beiden Zentralbanken seien wie erwartet ausgefallen. Die Fed will weiter Anleihen aufkaufen und die SNB hält an dem Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro und an den tiefen Zinsen fest. Ein wenig getrübt wurde die Stimmung aber durch eine Äusserung von Fed-Chef Ben Bernanke. Er sagte, die Geldpolitik könne mögliche Schäden, die die Wirtschaft erleiden könnte, sollte der US-Haushaltstreit nicht bald gelöst werden, nicht wettmachen.

Der SMI ermässigte sich bis am frühen Nachmittag um 0,3 Prozent auf 6941 Zähler. Der breite SPI sank ebenfalls um 0,3 Prozent auf 6381 Punkte.

Nach dem Anstieg des SMI auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren am Mittwoch sei der Markt nun auf Konsolidierungskurs eingeschwenkt. Die weiteren Aussichten werden von Analysten aber mehrheitlich positiv beurteilt, auch wenn die Schuldenproblematik in Europa und den USA auch im kommenden Jahr immer wieder Kursbewegungen auslösen könne.

In einem sich bessernden makroökonomischen Umfeld und steigenden Unternehmensgewinnen dürften 2013 auch die Kursgewinnverhältnisse leicht expandieren, was den Aktienmärkten Auftrieb verleihen sollte, erklärte Pictet-Stratege Alfred Roelli auf einer Investorenpräsentation.

Die Grossbanken gaben am Donnerstag Boden preis, nachdem die Deutsche Bank angekündigt hatte, dass der Gewinn im laufenden vierten Quartal durch Sanierungskosten belastet werde. Credit Suisse verloren 0,2 Prozent. Der Titel von Konkurrent UBS schwächte sich um 1,2 Prozent ab. Die Grossbank UBS stellt sich laut "Handelsblatt" im Libor-Skandal auf eine noch höhere Strafe ein als Barclays. Das britische Geldhaus hatte im Sommer 450 Millionen Dollar an die Aufseher in den USA und Großbritannien überwiesen.

Das Scheitern des Steuerabkommens der Schweiz mit Deutschland sei zwar sehr schade, sagten Händler. Es sei aber erwartet worden und habe daher keinen stärkeren Einfluss auf die Kurse der Bankaktien ausgeübt. Die Schweizer Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf schliesst Nachverhandlungen aus.

Die wenig konjunktursensitiven Werte Novartis und Roche gaben leicht nach, nachdem sie zuletzt auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren angezogen hatten.   Fortsetzung...