US-Haushaltsstreit verunsichert Wall Street

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 18:05 Uhr
 

New York (Reuters) - Der Sorgen wegen des andauernden Haushaltstreits in den USA haben die Erleichterung an der Wall Street über die neuen Konjunkturspritzen der Notenbank am Donnerstag gedämpft.

Die führenden Indizes kamen zur Handelseröffnung kaum vom Fleck und notierten fast unverändert. "Offensichtlich schauen die Leute auf die Verhandlungen in Washington", erklärte ein Börsianer. "Wir sind in einer Art 'Stand-By'-Modus." Sollten sich Demokraten und Republikaner bis zum Jahresende nicht auf Kompromisse in der Haushaltspolitik einigen, drohen automatisch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft zu treten. Diese könnten wegen ihres massiven Volumens die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen, fürchten Experten.

Der Dow-Jones-Index Der Standartwerte trat bei 13.241 Punkten ebenso auf der Stelle, wie der breiter gefasste S&P-500 bei 1428 Zählern. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte mit 3013 kaum verändert

Die vor Börsenbeginn veröffentlichten US-Konjunkturdaten gaben den Anlegern keine klare Richtung vor. So war das Umsatzplus im Einzelhandel im November mit 0,3 Prozent etwas niedriger als im Schnitt mit 0,5 Prozent erwartet. Dafür war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche erneut gefallen. Dies wiederum gab vielen Hoffnung, dass bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit das Weihnachtsgeschäft doch besser laufen könnte.

Ein Zeitungsbericht, wonach der angeschlagenen Elektronikhändler Best Buy nun doch von seinem Gründer und Großaktionär Richard Schulze für fünf bis sechs Milliarden Dollar gekauft werden könnte, hievte die Aktien der Kette um 14 Prozent in die Höhe. Best Buy wollte sich zu dem Bericht der "Minneapolis Star Tribune" nicht äußern.

Die Aktien von Clearwire sprangen um zwölf Prozent in die Höhe, nachdem der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel 2,1 Milliarden Dollar für die Komplett-Übernahme seiner Internet-Tochter angeboten hatte. Die Sprint-Aktien rutschten um ein Prozent ab.

 
Traders work on the floor of the New York Stock Exchange while a screen shows U.S. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke's news conference, December 12, 2012. Stocks ended little changed on Wednesday, giving up most of the day's gains after Bernanke reiterated that monetary policy won't be enough to offset damage from the "fiscal cliff." REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS POLITICS)