US-Haushaltsstreit lähmt Wall Street - Best Buy hebt ab

Donnerstag, 13. Dezember 2012, 19:05 Uhr
 

New York (Reuters) - Der andauernde Haushaltstreit in den USA hat am Donnerstag die Stimmung an der Wall Street getrübt.

Bei den Anlegern rückte damit die Erleichterung über neue Konjunkturspritzen der US-Notenbank Fed rasch wieder in den Hintergrund. "Offensichtlich schauen die Leute auf die Verhandlungen in Washington", erklärte ein Börsianer. "Wir sind in einer Art Stand-By-Modus." Sollten sich Demokraten und Republikaner bis zum Jahresende nicht auf Kompromisse in der Haushaltspolitik einigen, drohen automatisch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Diese könnten wegen ihres massiven Volumens die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen, weshalb Experten auch von einer Fiskalklippe sprechen.

Der Dow-Jones-Index für die Standartwerte verlor bis zum Mittagshandel 0,2 Prozent auf 13.220 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,3 Prozent auf 1424 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte mit 3004 Stellen 0,3 Prozent im Minus. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent schwächer aus dem Handel.

Vor Börsenbeginn veröffentlichte US-Konjunkturdaten gaben den Anlegern keine klare Richtung vor. So war das Umsatzplus im Einzelhandel im November mit 0,3 Prozent etwas niedriger als im Schnitt mit 0,5 Prozent erwartet. Dafür war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche erneut gefallen. Dies wiederum gab vielen Hoffnung, dass bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit das Weihnachtsgeschäft doch besser laufen könnte.

Ein Zeitungsbericht, wonach der angeschlagene Elektronik-Händler Best Buy nun doch von seinem Gründer und Großaktionär Richard Schulze für fünf bis sechs Milliarden Dollar gekauft werden könnte, hievte die Aktien der Kette um rund 17 Prozent in die Höhe. Best Buy wollte sich zu dem Bericht der "Minneapolis Star Tribune" nicht äußern.

Die Aktien von Clearwire kletterten um rund 13 Prozent, nachdem der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel 2,1 Milliarden Dollar für die Komplett-Übernahme seiner Internet-Tochter angeboten hatte. Sprint-Aktien tendierten kaum verändert.

 
Traders work on the floor of the New York Stock Exchange while a screen shows U.S. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke's news conference, December 12, 2012. Stocks ended little changed on Wednesday, giving up most of the day's gains after Bernanke reiterated that monetary policy won't be enough to offset damage from the "fiscal cliff." REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS POLITICS)