US-Haushaltsstreit belastet Wall Street

Freitag, 14. Dezember 2012, 07:50 Uhr
 

New York (Reuters) - Der andauernde Haushaltstreit in den USA hat am Donnerstag die Kurse an der Wall Street belastet.

Damit rückte bei den Anlegern die Erleichterung über neue Konjunkturspritzen der US-Notenbank Fed wieder in den Hintergrund. "Offensichtlich schauen die Leute auf die Verhandlungen in Washington", sagte ein Börsianer. "Wir sind in einer Art Stand-By-Modus." Sollten sich Demokraten und Republikaner bis zum Jahresende nicht auf Kompromisse in der Haushaltspolitik einigen, drohen automatisch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Wegen ihres massiven Volumens könnten beide Schritte die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen, weshalb Experten auch von einer Fiskalklippe sprechen.

Der Dow-Jones-Index für die Standartwerte schloss 0,6 Prozent schwächer bei 13.170 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.147 und 13.264 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel ebenfalls um 0,6 Prozent auf 1419 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte mit 2992 Stellen 0,7 Prozent im Minus. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent schwächer bei 7581 Punkten.

Im Haushaltsstreit wollte Präsident Barack Obama noch am Donnerstag erneut mit dem Wortführer des gegnerischen Lagers, John Boehner, zu Gesprächen im Weißen Haus zusammenkommen. Die Republikaner haben Obamas Forderung bislang kategorisch abgelehnt, die Steuern nur für besonders reiche Bürger steigen zu lassen und den Großteil der Bevölkerung davon zu verschonen.

Frische US-Konjunkturdaten gaben den Anlegern keine klare Richtung vor. So war das Umsatzplus im Einzelhandel im November mit 0,3 Prozent etwas niedriger als im Schnitt mit 0,5 Prozent erwartet. Dafür ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erneut gefallen. Dies wiederum gab Hoffnung, dass bei einer sinkenden Arbeitslosigkeit das Weihnachtsgeschäft doch besser laufen könnte.

Ein Zeitungsbericht, wonach der angeschlagene Elektronik-Händler Best Buy nun doch von seinem Gründer und Großaktionär Richard Schulze für fünf bis sechs Milliarden Dollar gekauft werden könnte, hievte die Aktien der Kette um rund 16 Prozent in die Höhe. Best Buy wollte sich zu dem Bericht der "Minneapolis Star Tribune" nicht äußern.

Die Aktien von Clearwire kletterten um rund 15 Prozent, nachdem der drittgrößte US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel 2,1 Milliarden Dollar für die Komplett-Übernahme seiner Internet-Tochter angeboten hatte. Sprint-Aktien gaben 0,4 Prozent nach.

Ein Kursfeuerwerk legte die Aktie von SolarCity bei ihrem Börsendebut hin: Die Papiere verteuerten sich um 47 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,66 Milliarden Aktien den Besitzer. 902 Werte legten zu, 2099 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 926 im Plus, 1545 im Minus und 123 unverändert.