Schweizer Börse: Anleger im Banne der US-Fiskalklippe

Freitag, 14. Dezember 2012, 17:51 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag ihre Konsolidierung fortgesetzt. "Die US-Fiskalklippe überschattet derzeit alles", sagte ein Börsianer.

Solange es im amerikanischen Haushaltsstreit keine Fortschritte gebe, dürften sich die Anleger zurückhalten. Mehrheitlich gute Konjunkturdaten aus China, Europa und den USA verpufften vor diesem Hintergrund. Negativ wirkte sich auch aus, dass der Leitindex SMI die Marke von 7000 Punkten nicht überwinden konnte. "Viele Anleger sind enttäuscht, dass wir uns bei 7000 den Kopf gestossen haben", sagte ein Händler.

Der SMI hatte am Mittwoch mit 7001 Punkten vorübergehend den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren erreicht. Am Freitag schloss das Bluechip-Barometer mit 6903 Zählern - um 0,3 Prozent tiefer als am Vortag. Der breite SPI ermässigte sich um 0,2 Prozent auf 6349 Punkte.

Grundsätzlich schätzen Marktteilnehmer die Aussichten gut ein. Es gebe angesichts der tiefen Zinsen kaum Alternativen zu Aktien, hiess es. "Die Stimmung ist eigentlich gut, aber die Anleger fahren mit angezogener Handbremse", sagte ein Händler.

Den grössten Gewinn unter den Standardwerten verbuchten mit 3,8 Prozent Plus die Aktien von Swatch. Sie verringerten damit den Performance-Rückstand gegenüber Konkurrent Richemont. Die Anteile von Richemont gewannen 0,9 Prozent.

Im Fokus stand aber ABB, auch wenn die Aktien lediglich um 0,3 Prozent stiegen. Der Elektrotechnikkonzern stellt die Sparte Energietechnik-Systeme neu auf, um die Ertragskraft zu steigern. Dafür werden im vierten Quartal Kosten von rund 350 Millionen Dollar fällig. Die von ABB 2015 angepeilten Ertragsziele bleiben unverändert. Analysten begrüssten die Massnahmen, kritisierten aber die hohen Kosten.

Schwächer waren die Finanzwerte. Die UBS-Aktien sanken um 0,3 Prozent. Der Grossbank droht wegen der Verwicklung in den Skandal um die Manipulation des Zinssatzes Libor Kreisen zufolge eine Milliardenzahlung. Die Titel von Konkurrent Credit Suisse verloren ein Prozent. Die Versicherungstitel waren ebenfalls meist leichter.

Aber auch Anteile der als krisenresistent geltenden Schwergewichte Nestle und Novartis schwächten sich um 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent ab. Die Roche-Genussscheine dagegen legten 0,4 Prozent zu und bremsten den SMI-Rückgang merklich. Roches Brustkrebsmedikament Perjeta steht nach einer entsprechenden Empfehlung eines Expertenausschusses der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) vor der Zulassung in Europa.

Actelion fielen um 2,9 Prozent. Beim neuen Lungenmedikament Macitentan des Biotechnologieunternehmens haben sich die Hoffnungen auf einen Marktstart bereits im dritten Quartal kommenden Jahres zerschlagen. Das Mittel zur Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck im Lungenkreislauf (PAH) muss in den USA das zwölf Monate dauernde Standardprüfverfahren durchlaufen.