Stillstand im Haushaltsstreit belastet US-Börsen

Freitag, 14. Dezember 2012, 18:06 Uhr
 

New York (Reuters) - Die festgefahrenen Haushaltsverhandlungen haben die US-Aktienmärkte auch am Freitag belastet.

Die Anleger hielten sich angesichts des Stillstands bei den Gesprächen zwischen Demokraten und Republikanern zurück. Daran änderten auch positive Konjunkturdaten nichts.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte bis zum Mittagshandel rund 0,2 Prozent schwächer bei 13.149 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1414 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 2977 Stellen nach. In Frankfurt ging der Dax dagegen 0,2 Prozent fester aus dem Handel.

US-Präsident Barack Obama und der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der Republikaner John Boehner, hatten am Donnerstag erneut über eine Lösung im Haushaltsstreit beraten. Allerdings gab es keine Hinweise auf eine Annäherung. Obama will höhere Steuern für Reiche durchsetzen. Die Republikaner lehnen jede Steuererhöhung ab und argumentieren, dies wäre Gift für die Konjunktur. Sollten Republikaner und Demokraten bis Jahresende keinen Kompromiss erzielen, träten automatisch Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar in Kraft. Dies könnte die USA zurück in die Rezession stürzen.

Ermutigende Signale kamen von der Konjunktur. Die US-Unternehmen haben ihre Produktion im November so stark gesteigert wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Ihr Ausstoß wuchs überraschend kräftig um 1,1 Prozent im Vergleich zum Oktober. Experten hatten nur Plus 0,3 Prozent erwartet. Es ist der größte Zuwachs seit Dezember 2010. Hintergrund dafür ist der Fed zufolge die Erholung der Betriebe nach Hurrikan "Sandy", der Ende Oktober an der Ostküste verheerende Schäden angerichtet und für langwierige Stromausfälle gesorgt hatte.

Bei den Einzelwerten verloren Apple-Aktien rund vier Prozent auf 510 Dollar. Die Bank UBS hatte das Kursziel für die Papiere von 780 auf 700 Dollar gesenkt.

Adobe-Aktien stiegen dagegen um knapp sechs Prozent. Der Softwarekonzern mit Programmen wie "Photoshop" oder "Acrobat" hatte zuvor schwache Geschäfte angekündigt, die aber in nicht allzu ferner Zukunft wieder anziehen sollen.

Die angeschlagene US-Elektronik-Kette Best Buy gibt ihrem einstigen Gründer Richard Schulze mehr Zeit für eine Kaufofferte an das Unternehmen. Die Frist wird bis Ende Februar verlängert, eigentlich sollte sie am Sonntag ablaufen. Die Ungewissheit über die Best-Buy-Zukunft hält dadurch nun länger an. Die Aktien gaben 13 Prozent auf knapp 12 Dollar nach.

 
A trader works on the floor of the New York Stock Exchange, December 14, 2012. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)