Wahlsieg der Liberal-Demokraten beflügelt Börse in Tokio

Montag, 17. Dezember 2012, 07:55 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Der Erdrutsch-Sieg der Liberal-Demokraten in Japan hat die Tokioter Börse am Montag auf den höchsten Stand seit achteinhalb Monaten gehievt.

Gleichzeitig fiel der Yen auf den niedrigsten Stand seit 20 Monaten, wovon vor allem Exportwerte profitierten. Der künftige Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte eine härtere Gangart im Kampf gegen die Rezession an. Gegen die Deflation und den hohen Kurs des Yen will Abe mit höheren Staatsausgaben angehen. Der Wahlsieg der LDP war zwar erwartet worden. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Rücken kann Abe zusammen mit dem Koalitionspartner Neue Komeito seine angekündigte, kräftige Korrektur in wichtigen politischen Feldern durchsetzen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging mit einem Plus von einem Prozent bei 9828 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index rückte 0,9 Prozent auf 807 Punkte vor. Der Nikkei habe die Chance, die Marke von 10.000 Punkten zu knacken, sagte der Chef-Stratege von SMBC Nikko Securities, Ryoto Sakagami. Sollte die Bank von Japan am Donnerstag jedoch keine weitere geldpolitische Lockerung ankündigen, könnten Investoren nach der Rally des vergangenen Monats, bei der der Nikkei gut 14 Prozent zulegte, Gewinne mitnehmen.

An anderen Marktplätzen Asiens taten dies Anleger bereits. Sie sorgten sich zudem um den nach wie vor ungelösten Haushaltsstreit in den USA. Die Republikaner legten US-Präsident Barack Obama zwar Vorschläge für eine Erhöhung der Spitzensteuer vor, die gingen Obama aber offenbar nicht weit genug. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik mit Ausnahme Japans fiel um 0,5 Prozent. Ausnahme war jedoch die Börse in Shanghai, die um 0,6 Prozent kletterte. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua hatte gemeldet, dass China im kommenden Jahr an einer maßvollen Geldpolitik festhalten will. Dadurch bleibe Bewegungsspielraum angesichts der weltweiten Unsicherheiten erhalten.

Wegen des niedrigeren Yens standen Aktien von exportorientierten Konzerne auf den Einkaufslisten der Anleger. So verteuerten sich die Anteilsscheine von Toyota um 0,6 Prozent, die Papiere von Nissan Motor 1,8 Prozent. Sony und der Roboterhersteller Fanuc gewannen jeweils 1,4 Prozent.

 
A man looks at an electronic board displaying rises in share indices outside a brokerage in Tokyo December 13, 2012. REUTERS/Yuriko Nakao