Schweizer Börse - US-Etatstreit macht Anleger nervös

Montag, 17. Dezember 2012, 15:13 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag leicht Terrain verloren.

Die Anleger hielten sich zurück, was zu abbröckelnden Kursen führte. Die Ungewissheit über den Fortgang des US-Haushaltsstreits lastet auf der Stimmung, sagte ein Händler. "Je länger es dauert, bis es eine Lösung im Etatstreit gibt, umso nervöser werden die Marktteilnehmer."

Der Leitindex SMI notierte um 0,2 Prozent leichter bei 6891 Punkten. Der breite SPI sank um ebenfalls 0,2 Prozent auf 6336 Zähler.

Für Spannung sorgt der grosse Eurex-Verfall am Freitag. Händler rechnen aufgrund der aktuell dünnen Börsenumsätze mit grösseren Kursausschlägen. "Dass wir in den vergangenen Wochen so stark gestiegen sind, hat doch überrascht", sagte ein Börsianer. Manch ein Marktteilnehmer könnte falsch positioniert sein. Kurzfristig könnten auch Konjunkturdaten vor allem aus den USA kursbeeinflussend sein. Danach dürfte das Jahr dann wohl gelaufen sein. Kommende Woche wird wegen der Weihnachtsfeiertage nur am Donnerstag und Freitag gehandelt. "Da kann es eventuell bei einzelnen Nebenwerten noch Kurspflege geben", sagte ein Händler.

Die grössten Einbussen unter den Bluechips verbuchten die Holcim-Aktien mit 1,1 Prozent Abschlag. Der Zementkonzern strafft sein Geschäft in Europa. Die Produktionskapazitäten werden zurückgefahren und die Kosten sollen um 120 Millionen Franken pro Jahr sinken. Dafür schlagen im vierten Quartal 510 Millionen Franken Wertberichtigung und Restrukturierungskosten zu Buche.

Die Aktien der UBS büssten 0,7 Prozent ein. Der Grossbank könnte im Skandal um Zinsmanipulationen einem Bericht des "Tages-Anzeiger" (Samstagausgabe) zufolge eine Strafe von 1,6 Milliarden Dollar drohen. Die Titel von Konkurrent Credit Suisse sanken um 0,5 Prozent.

Die Valiant-Anteile sackten 7,2 Prozent ab. Die Regionalbank hat die Fusionsgespräche mit der Berner Kantonalbank abgebrochen.

Wenig verändert waren die Versicherungswerte. Die Zurich-Aktien waren ein Spur leichter. Hurrikan "Sandy" wird den gemessen an der Marktkapitalisierung zweitgrößten Versicherungskonzern Europas rund 700 Millionen Dollar vor Steuern kosten.

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Novartis und Roche büssten 0,2 beziehungsweise 0,4 Prozent ein. SMI-Schwergewicht Nestle war unverändert.

Meist nur kleine Kursausschläge gab es bei den Aktien zyklischer Firmen. Etwas höher waren Adecco, Geberit, Clariant und Sulzer. ABB schwächten sich 0,2 Prozent ab. Die Titel des Luxusgüterproduzenten Richemont ermässigten sich marginal und Uhrenwert Swatch verlor 0,6 Prozent.

Einen Kurssprung von 8,8 Prozent machten die Aktien von Vögele. Händler sagten, einmal mehr rankten sich um das Bekleidungshaus Übernahmespekulationen.