US-Etatstreit lähmt Schweizer Börse

Montag, 17. Dezember 2012, 16:46 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Unsicherheit über die Entwicklung im US-Haushaltsstreit hat am Montag die Kurse an der Schweizer Börse abbröckeln lassen.

Die Anleger hielten sich zurück und angesichts der dünnen Umsätze muteten manche Kurse zufällig an. "Je länger der US-Etatstreit dauert, umso nervöser werden die Marktteilnehmer", sagte ein Händler. Damit steige die Gefahr einer stärkeren Marktkorrektur. Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht einigen, drohen den USA automatische Ausgabekürzungen und das Ende von Steuererleichterungen. Das könnte Experten zufolge in eine Rezession der grössten Volkswirtschaft münden.

Der Leitindex SMI notierte kurz vor Schluss um 0,2 Prozent leichter bei 6888 Punkten. Der breite SPI sank um ebenfalls 0,2 Prozent auf 6336 Zähler.

Der grosse Eurex-Verfall am Freitag wirft bereits Schatten voraus. Händler rechnen aufgrund der aktuell dünnen Börsenumsätze mit stärkeren Kursausschlägen. "Dass wir in den vergangenen Wochen so stark gestiegen sind, hat doch überrascht", sagte ein Börsianer. Manch ein Marktteilnehmer könnte falsch positioniert sein. Kurzfristig könnten auch Konjunkturdaten vor allem aus den USA kursbeeinflussend sein. Danach dürfte das Jahr dann wohl gelaufen sein. Kommende Woche wird wegen der Weihnachtsfeiertage nur am Donnerstag und Freitag gehandelt.

Die Aktien der UBS büssten 0,7 Prozent ein. Die Verstrickung in den Zinsskandal dürfte dem Geldhaus die zweithöchste Geldstrafe einbrocken, die je eine Grossbank zahlen musste. UBS verhandle mit den Aufsehern in Grossbritannien und den USA über eine Geldstrafe von rund 1,5 Milliarden Dollar, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Titel der Credit Suisse sanken um 0,5 Prozent. Auffällig waren die Valiant-Anteile, die knapp acht Prozent einbrachen. Die Regionalbank hat die Fusionsgespräche mit der Berner Kantonalbank abgebrochen.

Meist wenig verändert waren die Versicherungswerte. Die Zurich-Aktien notierten ein Spur leichter. Hurrikan "Sandy", der Ende Oktober durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA gefegt war, wird den gemessen an der Marktkapitalisierung zweitgrößten Versicherungskonzern Europas rund 700 Millionen Dollar vor Steuern kosten.

Die grössten Einbussen unter den Bluechips verbuchten die Holcim-Aktien mit 1,2 Prozent Abschlag. Der Zementkonzern strafft sein Geschäft in Europa. Die Produktionskapazitäten werden zurückgefahren und die Kosten sollen um 120 Millionen Franken pro Jahr sinken. Dafür schlagen im vierten Quartal 510 Millionen Franken Wertberichtigung und Restrukturierungskosten zu Buche.

Die Anteile des als krisenresistent geltenden Pharmariesen Roche und des Lebensmittelkonzerns Nestle waren schwächer. Novartis holten frühe Einbussen wieder auf.

Meist nur kleine Kursausschläge gab es bei den Aktien zyklischer Firmen. Knapp ein Prozent höher waren Adecco und Geberit. Clariant und Sulzer gehalten. ABB schwächten sich 0,2 Prozent ab. Die Titel des Luxusgüterproduzenten Richemont legten marginal zu und Uhrenwert Swatch verlor 0,6 Prozent.

Einen Kurssprung von 14 Prozent machten die Aktien von Vögele. Händler sagten, einmal mehr rankten sich um das Bekleidungshaus Übernahmespekulationen.