Schweizer Börse - US-Etatstreit schreckt Anleger ab

Montag, 17. Dezember 2012, 18:00 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Unsicherheit über den Fortgang des US-Haushaltsstreits hat am Montag die Kurse an der Schweizer Börse abbröckeln lassen.

Die Anleger hielten sich zurück und angesichts der dünnen Umsätze muteten manche Kurse zufällig an. "Je länger der US-Etatstreit dauert, umso nervöser werden die Marktteilnehmer", sagte ein Händler. Damit steige die Gefahr einer stärkeren Marktkorrektur. Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht einigen, drohen den USA automatische Ausgabekürzungen und das Ende von Steuererleichterungen. Das könnte Experten zufolge in eine Rezession der grössten Volkswirtschaft münden.

Der Leitindex SMI verlor 0,1 Prozent auf 6897 Punkte. Der breite SPI war mit 6346 Zählern kaum verändert.

Der grosse Eurex-Verfall am Freitag wirft bereits Schatten voraus. Händler rechnen aufgrund der aktuell dünnen Börsenumsätze mit stärkeren Kursausschlägen. "Dass wir in den vergangenen Wochen so stark gestiegen sind, hat doch überrascht", sagte ein Börsianer. Manch ein Marktteilnehmer könnte falsch positioniert sein. Kurzfristig könnten auch Konjunkturdaten vor allem aus den USA kursbeeinflussend sein. Danach dürfte das Jahr dann wohl gelaufen sein. Kommende Woche wird wegen der Weihnachtsfeiertage nur am Donnerstag und Freitag gehandelt.

Die Aktien der UBS büssten 0,5 Prozent ein. Die Verstrickung in den Zinsskandal dürfte dem Geldhaus die zweithöchste Geldstrafe einbrocken, die je eine Grossbank zahlen musste. UBS verhandle mit den Aufsehern in Grossbritannien und den USA über eine Geldstrafe von rund 1,5 Milliarden Dollar, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Titel der Credit Suisse sanken um 0,6 Prozent. Auffällig waren die Valiant-Anteile, die 7,9 Prozent einbrachen. Die Regionalbank hat die Fusionsgespräche mit der Berner Kantonalbank abgebrochen.

Meist wenig verändert waren die Versicherungswerte. Die Zurich-Aktien notierten 0,2 Prozent höher. Hurrikan "Sandy", der Ende Oktober durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA gefegt war, wird den gemessen an der Marktkapitalisierung zweitgrößten Versicherungskonzern Europas rund 700 Millionen Dollar vor Steuern kosten. Für Analysten liegt die Schadenlast im Grossen und Ganzen im Rahmen des zu Erwartenden und sie sehen die Dividende für das Jahr 2012 nicht gefährdet.

Grössere Einbussen unter den Bluechips verbuchten die Holcim-Aktien mit 0,8 Prozent Abschlag. Der Zementkonzern strafft sein Geschäft in Europa. Die Produktionskapazitäten werden zurückgefahren und die Kosten sollen um 120 Millionen Franken pro Jahr sinken. Dafür schlagen im vierten Quartal 510 Millionen Franken Wertberichtigung und Restrukturierungskosten zu Buche.

Die Anteile des als krisenresistent geltenden Pharmariesen Roche und des Lebensmittelkonzerns Nestle gaben leicht nach. Novartis machten anfängliche Einbussen wett und schlossen leicht im Plus.

Meist nur kleine Kursausschläge gab es bei den Aktien zyklischer Firmen. ABB, Adecco, Geberit und Sulzer zogen an, Clariant und Uhrenwert Swatch verlor Terrain.

Einen Kurssprung von 16 Prozent machten die Aktien von Vögele. Händler sagten, einmal mehr rankten sich um das Bekleidungshaus Übernahmespekulationen.