Hoffen auf Ende des Haushaltsstreits treibt US-Börsen an

Montag, 17. Dezember 2012, 18:22 Uhr
 

New York (Reuters) - Hoffnung auf ein Ende des US-Haushaltsstreits hat den New Yorker Börsen am Montag Auftrieb verliehen.

Die Anleger ermutigte, dass die oppositionellen Republikaner US-Präsident Barack Obama am Wochenende konkrete Pläne für eine Erhöhung der Spitzensteuer vorlegten. Verhandlungsführer John Boehner verlange aber im Gegenzug deutliche Einsparungen bei staatlichen Sozialleistungen, sagte ein mit der Sache Vertrauter. Dies lehnt Obama bislang aber ab. Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht einigen, drohen der weltgrößten Volkswirtschaft zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und das Ende von Steuererleichterungen, was nach Einschätzung von Experten zu einer Rezession führen könnte.

Auch schwache Daten von der Industrieproduktion im US-Bundesstaat New York, die zum fünften Mal in Folge zurückging, trübten die Zuversicht der Anleger nicht. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte bis zum Mittag um 0,6 Prozent auf 13.218 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,9 Prozent auf 1426 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 0,9 Prozent auf 2998 Punkte. Der Dax in Frankfurt schloss um 0,1 Prozent höher auf 7604 Zähler.

Um 2,4 Prozent bergauf ging es für die Titel von American International Group(AIG). Der einst weltgrößte Versicherer leitete den Verkauf seines restlichen Anteils an der Asien-Tochter AIA an institutionelle Investoren in Hongkong ein. Mit der Sache vertrauten Personen zufolge könnte AIG dabei bis zu 6,5 Milliarden Dollar erlösen.

Langsam erholten sich auch die Apple-Aktien und notierten 0,2 Prozent höher, obwohl die Analysten der Citigroup die Titel auf "neutral" von "buy" heruntergestuft hatten. Die Anteilsscheine des iPad-Herstellers haben in den vergangenen drei Monaten rund 30 Prozent an Wert verloren und gaben allein am Freitag 3,8 Prozent nach. Anleger sorgten sich, dass der erfolgsverwöhnte Konzern an Marktdominanz einbüßen könnte.

Die Pfizer-Aktie stieg um 1,2 Prozent. Der Konzern kündigte an, seine Quartalsdividende um rund neun Prozent anzuheben.

Die Papiere von Clearwire stürzten um 13 Prozent ab. Das Internet-Unternehmen stimmte der zuletzt etwas aufgestockten Offerte des Mobilfunkers Sprint Nextel zu, die restlichen Clearwire-Aktien für 2,97 Dollar je Anteilsschein zu erwerben. Kleinaktionäre von Clearwire konnten ihre Forderung nach mehr Geld damit aber nur bedingt durchsetzen.