Hoffen auf Ende des Haushaltsstreits beflügelt US-Börsen

Dienstag, 18. Dezember 2012, 07:55 Uhr
 

New York (Reuters) - Hoffnung auf ein Ende des US-Haushaltsstreits hat den New Yorker Börsen am Montag Auftrieb verliehen.

Vor allem Finanzwerte verbuchten Gewinne. Die Anleger ermutigte, dass die oppositionellen Republikaner US-Präsident Barack Obama am Wochenende konkrete Pläne für eine Erhöhung der Spitzensteuer vorlegten. Verhandlungsführer John Boehner und Obama trafen sich am Nachmittag im US-Präsidialamt für weitere Gespräche. Das Treffen galt als zusätzlicher Hinweis darauf, dass Fortschritte gemacht werden. "Die Wette ist gerade, dass bis Ende dieser Woche etwas dabei herauskommt", sagte Analyst Alan Lancz. Am Markt herrschte ähnlicher Optimismus vor. Auch schwache Daten von der Industrieproduktion im Bundesstaat New York, die zum fünften Mal in Folge zurückging, trübten diesen nicht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei relativ geringen Umsätzen um 0,8 Prozent auf 13.235 Punkte höher. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.134 und 13.244 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,2 Prozent auf 1430 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um ebenfalls 1,3 Prozent auf 3010 Punkte. Der Dax in Frankfurt schloss um 0,1 Prozent höher auf 7604 Stellen.

Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht einigen, drohen der weltgrößten Volkswirtschaft zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und das Ende von Steuererleichterungen, was nach Einschätzung von Experten zu einer Rezession führen könnte. Doch Analysten äußerten sich zunehmend optimistisch: "Sie fangen tatsächlich an, die 'Fiskalklippe" aus der Welt zu räumen", sagte Frank Davis von LEK Securities.

Um 3,0 Prozent bergauf ging es für die Titel von American International Group(AIG). Der einst weltgrößte Versicherer leitete den Verkauf seines restlichen Anteils an der Asien-Tochter AIA an institutionelle Investoren in Hongkong ein. Mit der Sache vertrauten Personen zufolge könnte AIG dabei bis zu 6,5 Milliarden Dollar erlösen.

Langsam erholten sich auch die Apple-Aktien und notierten 1,8 Prozent höher, obwohl die Analysten der Citigroup die Titel auf "neutral" von "buy" heruntergestuft hatten. Die Anteilsscheine des iPad-Herstellers haben in den vergangenen drei Monaten rund 30 Prozent an Wert verloren und gaben allein am Freitag 3,8 Prozent nach. Anleger sorgten sich, dass der erfolgsverwöhnte Konzern an Marktdominanz einbüßen könnte.

Die Pfizer-Aktie stieg um 0,8 Prozent. Der Konzern kündigte an, seine Quartalsdividende um rund neun Prozent anzuheben. Aufwärts ging es auch für Compuware, die 13 Prozent gewannen. Der Hedgefonds Elliott Management will den Software-Hersteller für 2,3 Milliarden Dollar übernehmen.

Die Papiere von Clearwire stürzten um 13,6 Prozent ab. Das Internet-Unternehmen stimmte der zuletzt etwas aufgestockten Offerte des Mobilfunkers Sprint Nextel zu, die restlichen Clearwire-Aktien für 2,97 Dollar je Anteilsschein zu erwerben. Kleinaktionäre von Clearwire konnten ihre Forderung nach mehr Geld damit aber nur bedingt durchsetzen. Sprint-Anteilsscheine erhöhten sich leicht um 0,2 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 700 Millionen Aktien den Besitzer. 2011 Werte legten zu, 1007 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1720 Titel im Plus, 769 im Minus und 109 unverändert.