Hoffnung auf Einigung im US-Haushaltsstreit stützt Euro

Dienstag, 18. Dezember 2012, 14:17 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Hoffnungen auf einen Durchbruch im US-Haushaltsstreit haben am Dienstag die Anleger wieder mutiger werden lassen.

Davon profitierten sowohl der Euro als auch die spanischen und italienischen Staatsanleihen. Die Gemeinschaftswährung zog auf 1,3185 Dollar von 1,3165 Dollar am Vorabend in New York an. In Washington scheinen sich beide Seiten zu bewegen: Nachdem die Republikaner generell ihre Bereitschaft zu Steuererhöhungen signalisiert hatten, bahnt sich bei den Demokraten in der Frage der Besteuerung für Reiche ein Kompromiss an.

"In den letzten Tagen ist etwas Bewegung in die Verhandlungen gekommen, auch wenn die Positionen noch weit auseinander liegen", fasste ein Händler zusammen. Allerdings sei hinter der Bewegung des Euro nicht sehr viel Schwung. Zwar sei ein Anstieg in Richtung des im Februar aufgestellten Jahreshoch von 1,3486 Dollar nicht auszuschließen. Doch könnte dies auch mit Kapitalrückflüssen europäischer Unternehmen zum Jahresende zusammenhängen.

Am Rentenmarkt zogen die Kurse der zehnjährigen spanischen und italienischen Anleihen an, so dass die Renditen auf 5,37 von 5,46 Prozent beziehungsweise auf 4,49 von 4,57 Prozent nachgaben. Im Gegenzug zogen die Renditen deutscher Bundesanleihen leicht an. Der Bund-Future rutschte um 15 Ticks auf 144,71 Zähler ins Minus.

YEN BEHAUPTET SICH TROTZ ZINSSPEKULATIONEN

Der Yen unterbrach seine Talfahrt: Weder Dollar noch Euro konnten stark zulegen, obwohl viele Anleger noch für diese Woche mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik rechneten. Nach dem Wahlsieg der Liberaldemokraten des künftigen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Wochenende wird an den Märkten mit einer Aufstockung der Anleihe-Kauf- und Kreditprogramme durch die Bank of Japan (BoJ) gerechnet. Die erst 1998 errungene Unabhängigkeit der Zentralbank gilt als so gut wie beendet. "Wir sind in einer Lage, in der wir sehen werden, dass die Regierung der Zentralbank sagt, was sie tun soll", erklärte Commerzbank-Analyst Peter Kinsella. Eine politisch so aufgeheizte Lage sie für eine Währung niemals gut, und der Yen werde sich weiter abschwächen. Der Dollar notierte mit 83,87 Yen nahezu unverändert, der Euro lag mit 110,53 Yen geringfügig höher.