Annäherung im Haushaltsstreit stützt US-Börsen

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 07:12 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Aussicht auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit hat die Wall Street am Dienstag gestützt.

Börsianer äußerten sich zuversichtlich, dass das Problem der sogenannten Fiskalklippe gelöst werden kann. Sie reagierten auf Signale, wonach sich in den bislang erbittert geführten Haushaltsverhandlungen Demokraten und Republikaner annähern. Einigen sich die Parteien nicht, drohen im kommenden Jahr automatische Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen für alle Amerikaner. Die US-Wirtschaft könnte dann in die Rezession geraten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York um 0,9 Prozent höher bei 13.350 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.232 und 13.365 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um knapp 1,2 Prozent auf 1446 Zähler und legte damit nach den Aufschlägen von Montag die beste Zwei-Tages-Rally seit einem Monat hin. Der Nasdaq-Index profitierte von den deutlichen Gewinnen von Technologiewerten wie Seagate Tech und F5 Networks und kletterte um 1,5 Prozent auf 3054 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 7653 Zähler.

Mit den Haushaltsgesprächen vertrauten Personen zufolge ging Präsident Barack Obama am Montagabend auf die Republikaner zu und zeigte sich bereit, die geplanten Steuererhöhungen für Reiche abzumildern. Beide Seiten zeigten sich am Dienstag zuversichtlich, eine Lösung erreichen zu können. Insgesamt liegen die Positionen aber noch erheblich auseinander. Obamas jüngstes Angebot sei noch nicht ausreichend, sagte der republikanische Verhandlungsführer John Boehner.

STARTSCHUSS FÜR DIE RALLY?

"Keine Seite scheint zu verbissen auf ihren Positionen zu beharren", sagte Analyst Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. "Das erhöht den Optimismus, dass es zu einer Einigung kommen könnte." Politische Risiken seien zuletzt der entscheidende Faktor gewesen, der Kursgewinne verhindert habe. "Wenn sie abnehmen, könnten wir eine deutliche Rally sehen."

Unter den Einzelwerten stachen Arbitron hervor, die um 23,6 Prozent in die Höhe schossen. Der Marktforscher wird für 1,3 Milliarden Dollar von Nielsen Holdings übernommen. Der Nielsen-Kurs stieg um 4,4 Prozent.

Zu den Verlierern gehörten die Aktien von Waffenherstellern. Nach dem Schulmassaker in der US-Kleinstadt Newtown ist in den USA eine neue Diskussion über das Waffenrecht ausgebrochen. Die Anteilsscheine von Smith and Wesson fielen um zehn Prozent, die Papiere von Sturm Ruger and Co gaben 7,7 Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 2248 Werte legten zu, 793 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Milliarden Aktien 1800 Titel im Plus, 700 im Minus und 105 unverändert.