Wall Street eröffnet wenig verändert

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 15:57 Uhr
 

New York (Reuters) - Nach den jüngsten Zuwächsen haben die US-Börsen am Mittwoch nur wenig verändert eröffnet.

Wachsende Hoffnungen auf eine Lösung im US-Haushaltsstreit stützten zunächst weiter die Kurse. Anleger zeigten sich ermutigt, dass die Demokraten von Präsident Barack Obama und die oppositionellen Republikaner doch noch die "Fiskalklippe" umschiffen können. Ohne Einigung setzen zum Jahreswechsel automatisch massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen ein, die die USA in die Rezession stürzen könnten. Kräftige Software-Verkäufer von Oracle gaben zudem den Technologiewerten leichten Auftrieb.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte trat in den ersten Minuten bei 13.356 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P-500 notierte ebenfalls kaum verändert bei 1446 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent auf 3059 Punkte.

Die Zugeständnisse von Obama und des republikanischen Verhandlungsführers John Boehner stimmten die Anleger optimistisch, sagte Adam Sarhan, Chef von Sarhan Capital. "Das deutet daraufhin, dass es eine Einigung vor Fristablauf geben wird und führt dazu, dass der Aktienkauf an Fahrt gewinnt."

Auch positive Konjunkturdaten halfen dem Markt. Die Baugenehmigungen in den USA stiegen im November auf das höchste Niveau seit fast viereinhalb Jahren. Die Behörden gaben grünes Licht zum Bau von - auf das Jahr hochgerechnet - 899.000 Wohnungen und Häusern. Dies wurde als ein weiterer Beleg für eine Erholung am lange schwächelnde Immobilienmarkt gesehen.

Auf Unternehmensseite standen die Papiere von Oracle mit einem Aufschlag von mehr als drei Prozent im Blickpunkt. Der SAP-Rivale konnte seinen Umsatz mit Software für Firmenkunden im abgelaufenen kräftig steigern und so einen Gewinnsprung von 18 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar hinlegen.

GM-Aktien kletterten 8,5 Prozent: Der vor drei Jahren mit Steuergeldern gerettete Autobauer kündigte an, sich weiter vom Staat zu lösen. Die in Anspielung auf die Staatshilfe auch scherzhaft "Government Motors" genannte Opel-Mutter will für 5,5 Milliarden Dollar 200 Millionen weitere Aktien von der US-Regierung zurückkaufen. Das Finanzministerium erklärte zudem, innerhalb von zwölf bis 15 Monaten auch seine restlichen rund 300 Millionen GM-Aktien zu verkaufen.

Die Fedex-Aktie gewann 1,7 Prozent. Der Paketdienst steigerte seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal stärker als von Experten erwartet und bekräftigte seine Jahresprognose. Der Gewinn sank allerdings wegen Belastungen durch Hurrikan "Sandy" und sparsamer Kunden um zwölf Prozent.