Jahresendspurt an Schweizer Börse geht weiter

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 17:03 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch fester tendiert. Der Jahresendspurt setze sich fort, sagten Händler.

Gute Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA hoben die Stimmung. Ausserdem wetteten die Anleger auf einen Durchbruch im US-Haushaltsstreit und eine geldpolitische Lockerung in Japan. Sinkende Renditen für Anleihen der verschuldeten Euro-Länder wurden zudem als Zeichen für eine Entspannung der Euro-Krise gewertet.

Der SMI gewann bis kurz vor Schluss 0,7 Prozent auf 6961 Punkte. Händler erwarten, dass der Leitindex noch in diesem Jahr die Hürde von 7000 Punkten nimmt. In der Vorwoche war ein Angriff auf die mehr psychologisch als technisch wichtige Marke gescheitert. Der breite SPI stieg ebenfalls um 0,7 Prozent auf 6407 Zähler.

Gefragt waren die Aktien der UBS trotz einer Milliarden-Strafe für die Grossbank. Die Titel stiegen vorübergehend um mehr als zwei Prozent auf den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Nach Gewinnmitnahmen notierten UBS zuletzt noch um 0,5 Prozent fester. Das Geldhaus zahlt im Zusammenhang mit der Verstrickung in den Libor-Skandal etwa 1,4 Milliarden Franken und wird deshalb das vierte Quartal mit bis zu 2,5 Milliarden Franken Verlust abschliessen. Die Strafe ist Teil einer Einigung der Bank mit den Aufsichtsbehörden der USA, Grossbritanniens und der Schweiz. UBS Japan wird sich in einem Punkt schuldig bekennen, den Zinssatz Libor manipuliert zu haben. Die Schweizer Aufsicht FINMA warf UBS schwere Verstösse gegen Finanzmarktgesetzte vor. Händler sagten, mit der Einigung falle eine Faktor weg, der UBS belastet habe. "Ausserdem hätte die Busse noch viel höher ausfallen können", sagte ein Börsianer.

Die Titel von Konkurrent Credit Suisse rückten 0,9 Prozent vor. Auch die Anteile der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel rückten vor.

Fester waren auch die Versicherungswerte. Swiss Re und Zurich gewannen je knapp zwei Prozent. Nach Schätzungen des Rückversicherungskonzerns Swiss Re kommt die Versicherungsbranche dieses Jahr trotz des verheerenden Hurrikans "Sandy" mit einem blauen Auge davon. Mit rund 65 Milliarden Dollar sind die versicherten Schäden nur rund halb so hoch wie im Rekordjahr 2011.

Die Anteile der als krisenfest geltenden Arzneimittelhersteller Novartis und Roche sowie des Lebensmittelkonzerns Nestle waren ebenfalls gesucht.

Gewinne verzeichneten auch Aktien zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit, Holcim, Sulzer und Clariant.

Swatch stiegen um 1,5 Prozent auf 465,10 Franken. Credit Suisse erhöhte das Kursziel auf 540 von 480 Franken und bekräftigte die Empfehlung "Outperform". Die Titel von Konkurrent Richemont, die sich 2012 deutlich besser entwickelt haben, waren gut gehalten.