Rückschlag im Etat-Streit bremst Wall Street

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 17:00 Uhr
 

New York (Reuters) - Aus neuer Verunsicherung über die Entwicklung im Haushaltsstreit in den USA sind die Anleger an der Wall Street auch zu Handelsbeginn am Donnerstag in der Defensive geblieben.

Nach einer grundsätzlichen Annäherung gerieten die Gespräche wieder ins Stocken. Präsident Barack Obama drohte mit seinem Veto gegen einen Alternativplan der Republikaner, mit dem drastische Steuererhöhungen zur Jahreswende abgewendet werden sollen. Die USA könnten bei einem Scheitern der Etat-Verhandlungen zurück in die Rezession stürzen. Auch neue Konjunkturdaten konnten die Stimmung nicht aufhellen. Während die US-Wirtschaft im dritten Quartal überraschend kräftig wuchs, enttäuschten neue Zahlen vom Arbeitsmarkt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab in den ersten Minuten 0,1 Prozent auf 13.236 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 1434 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,2 Prozent auf 3037 Punkte. Schon am Mittwoch hatten die Börsen nach der jüngsten Rally eine Pause eingelegt.

Im Blickpunkt am Markt stand erneut der Haushaltstreit. "Je näher wir uns ohne Einigung dem Jahresende nähern, desto stärker verfliegt der Optimismus", sagte Analyst Todd Schoenberger von LandColt Capital. "Bis zu einem Deal kann der Markt stark schwanken."

Ein Hoffnungsschimmer kam von der Konjunkturfront: Die US-Wirtschaft wuchs im vergangenen Quartal mit 3,1 Prozent stärker als in der zweiten Schätzung von 2,7 Prozent angenommen. Im zweiten Quartal lag das Plus lediglich bei 1,3 Prozent. Dagegen lagen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Vorwoche mit 361.000 leicht über der Prognose.

Auf Unternehmensseite im Blickpunkt standen die Börsenbetreiber ICE und Nyse. Die Derivate-Börse IntercontinentalExchange (ICE) greift für rund 8,2 Milliarden Dollar nach der traditionsreichen New York Stock Exchange (Nyse) und will mit der Übernahme zu einem neuen Weltmarktführer für Handelsplattformen aufsteigen. Die Aktien der Nyse schossen um mehr als 30 Prozent in die Höhe. Die ICE-Papiere verloren dagegen gut ein Prozent zu.

 
Traders work the floor at the New York Stock Exchange in New York December 20, 2012. IntercontinentalExchange agreed a $8 billion deal to buy New York Stock Exchange owner NYSE Euronext on Thursday, propelling the commodities player into the big league of European derivatives and helping it to take on arch rival CME Group. REUTERS/Andrew Kelly (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)