Schweizer Börse: Stimmung trübt sich ein

Donnerstag, 20. Dezember 2012, 18:18 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Der ungelöste Haushaltsstreit in den USA hat den Anlegern an der Schweizer Börse die Laune verdorben.

Die Kurse bröckelten am Donnerstag laut Händlern bei flauen Umsätzen etwas ab. Die Marktteilnehmer seien etwas nervöser geworden, sei doch ein Kompromiss in Washington weiter entfernt als angenommen. "Die Zeit wird allmählich etwas knapp", sagte ein Händler. Das Ausmass der geldpolitischen Lockerung in Japan habe den Markt enttäuscht, erklärten Händler. Besser als erwartete US-Konjunkturdaten konnten den Aktien keine stärkere Stütze geben.

Der SMI schloss um 0,48 Prozent tiefer bei 6913 Punkten. Der breite SPI verlor 0,4 Prozent auf 6369 Zähler.

Auch vom Eurex-Verfall am Freitag gingen keine stärkeren Impulse aus. "Die meisten Positionen sind bezogen", sagte ein Händler. Zu grösseren Umsätzen und Kursbewegungen könnte es aber am Freitagmorgen zum Futures-Verfall und am Abend, wenn die Optionen auslaufen, noch kommen. "Wir haben zudem einen dreifachen Verfall, da kann schon noch etwas gehen", sagte ein Händler.

UBS WEITER IM MITTELPUNKT

Im Zentrum des Interesses standen erneut die Aktien der UBS. Sie verloren gut ein Prozent. Händler sagten, der Titel halte sich angesichts der Negativschlagzeilen aber gut. Bereits am Vortag hatten UBS auf die Milliarden-Strafe im Libor-Skandal nur mit moderaten Abschlägen reagiert. Die USA haben inzwischen zwei frühere Händler der Grossbank angeklagt. Auch in Hongkong ist UBS nun mit einer Untersuchung wegen Verfehlungen bei der Übermittlung von Referenzzinssätzen konfrontiert. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) erhielt nach eigenen Angaben von anderen Behörden Hinweise über ein mögliches Fehlverhalten der Bank.

Die Aktien von Konkurrent Credit Suisse stiegen dagegen um 0,4 Prozent. Die Titel von Julius Bär, die als einziger Standardwert eine negative Jahresperformance aufweisen, gewannen 0,1 Prozent. Die Versicherungswerte neigten mehrheitlich zur Schwäche.

Kurseinbussen von 0,8 beziehungsweise 1,1 Prozent verzeichneten die Pharmatitel Novartis und Roche. Im Markt kursierte einmal mehr das Gerücht, Roche könnte sich erneut für Illumina interessieren. Im April hatte der Basler Arzneimittelhersteller nach monatlangem Übernahmekampf um die kalifornische Gentechnikfirma das Handtuch geworfen. Roche lehnte wie üblich einen Kommentar zu Marktspekulationen ab. Die Illumina-Aktie legte gut sechs Prozent zu.

Uneinheitlich waren die Aktien zyklischer Firmen. ABB waren knapp gehalten, während Sulzer um 0,7 Prozent und Holcim um ein Prozent höher gehandelt wurden. Clariant zogen um knapp zwei Prozent an.

Der Kurs der Swissmetal verdreifachte sich auf 0,77 Franken. Die Schweizer Tochter von Baoshida übernimmt die Betriebe der sich in Nachlassstundung befindenden Swissmetal in Reconvilier und Dornach.