Schlechte Aussichten im US-Etatstreit sorgen Asien-Börsen

Freitag, 21. Dezember 2012, 08:03 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die wieder in weite Ferne gerückte Lösung im US-Haushaltsstreit hat die Asien-Börsen am Freitag ins Minus gedrückt.

In den erbitterten Verhandlungen haben die Republikaner überraschend gegen ihren Wortführer John Boehner bei einem Vorschlag zu Steuererhöhungen gestimmt. "Den Märkten gefallen die weiteren Verzögerungen in den Gesprächen nicht. Das erhöht das Risiko, dass der Streit vor Jahresende nicht gelöst wird", sagte Analyst Yuji Saito von der Credit Agricole in Tokio. Der Markt habe eigentlich mit einer positiven Entwicklung gerechnet, ergänzte Fujio Ando von Chibagin Asset Management.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,0 Prozent schwächer bei 9940 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sackte 0,7 Prozent auf 832 Zähler ab. Auch alle anderen großen Börsen in Fernost wie in Taiwan, Südkorea, Singapur, Australien, Shanghai und Hongkong lagen im Minus. In Taiwan gehörten die Hersteller von Flachbildschirmen zu den größten Verlierern. Chimei Innolux und AU Optronics, die Nummer drei und vier der Welt, schlossen mit Verlusten von 6,9 und 6,0 Prozent. Nach Medienberichten werden die Preise für Flachbildschirme im ersten Quartal fallen.

In Japan zählten erneut die Exportunternehmen zu den Verlierern: Der Aktienkurs des Autoherstellers Toyota gab 2,5 Prozent ab. Die Anteilsscheine des Kamera-Herstellers Canon verloren 1,5 Prozent an Wert. Olympus-Papiere fielen 0,7 Prozent. Der Konzern teilte mit, dass sich die geplante Fusion seines Medizingeräte-Geschäfts mit Sony verzögere.

Der Euro tendierte im asiatischen Handel zum Dollar schwächer. Die europäische Gemeinschaftswährung verlor auf 1,3206 Dollar nach 1,3242 Dollar im späten US-Handel am Vortag. Im Vergleich zur japanischen Währung gab auch der Dollar nach und tendierte bei 83,86 Yen.