US-Börsianer setzen auf Lösung von Haushaltsstreit

Freitag, 21. Dezember 2012, 08:05 Uhr
 

New York (Reuters) - Zuversichtliche Töne im US-Haushaltsstreit haben die Wall Street am Donnerstag angetrieben.

In den zähen Verhandlungen um Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen signalisierte Top-Republikaner John Boehner, dass er weiter an einer Lösung arbeiten werde. In einem insgesamt dünnen Handel gewannen daraufhin Optimisten die Oberhand. Neue Konjunkturdaten erhielten keine klare Botschaft: Während die US-Wirtschaft im dritten Quartal überraschend kräftig wuchs, enttäuschten Zahlen vom Arbeitsmarkt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,45 Prozent bei 13.311 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.216 und 13.314 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1443 Punkten, ein Aufschlag von 0,55 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,2 Prozent und ging mit 3050 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt beendete der Dax den Handel 0,1 Prozent fester bei 7672 Punkten.

Ein Hoffnungsschimmer kam von der Konjunkturfront: Die US-Wirtschaft wuchs im vergangenen Quartal mit 3,1 Prozent stärker als in der zweiten Schätzung von 2,7 Prozent angenommen. Im zweiten Quartal lag das Plus lediglich bei 1,3 Prozent. Dagegen fiel die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schlechter aus als erwartet.

Auf Unternehmensseite im Blickpunkt standen die Börsenbetreiber ICE und Nyse. Die Derivate-Börse IntercontinentalExchange (ICE) greift für rund 8,2 Milliarden Dollar nach der traditionsreichen New York Stock Exchange (Nyse) und will mit der Übernahme zu einem neuen Weltmarktführer für Handelsplattformen aufsteigen. Die Aktien der Nyse schossen um mehr als 34 Prozent in die Höhe. Die ICE-Papiere stiegen 1,4 Prozent.

Mehr als drei Prozent tiefer wurden dagegen Anteilsscheine des Pharmakonzerns Merck & Co's gehandelt. Der Cholesterinmedikament Tredaptive konnte in einer wichtigen Studie nicht überzeugen. Nun droht eine Entzug der Lizenz für Europa, was einem herben Schlag für die Reputation gleichkäme.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 2045 Werte legten zu, 952 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 1506 im Plus, 953 im Minus und 133 unverändert.