Schwache Bankaktien drücken Schweizer Börse ins Minus

Freitag, 21. Dezember 2012, 13:14 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Kräftige Kurseinbussen der Bankaktien haben die Schweizer Börse am letzten Handelstag vor Weihnachten ins Minus gedrückt.

Der anhaltende US-Haushaltsstreit und die damit einhergehenden Konjunkturängste der Marktteilnehmer lösten am Freitag Verkäufe aus. Falls sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Kompromiss einigen können, drohen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, die Amerika in eine Rezession stürzen könnten. Die weltweit gehandelten US-Aktienfutures gaben deutlich nach - Anleger rechnen also mit schwächeren US-Börsen.

Der SMI notierte um 0,4 schwächer bei 6884 Punkten. Der breite SPI ermässigte sich ebenfalls um 0,4 Prozent auf 6341 Zähler. Die zum Teil markanten Kursausschläge und überdurchschnittlichen Umsätze führten Händler auf den grossen Eurex-Verfall - den "Hexensabbat" - zurück.

Die Aktien der Grossbanken standen unter Druck. "Das Gezerre im US-Haushaltsstreit, schärfere Vorschriften, Konjunktursorgen und schwierige Märkte schaffen kein Umfeld, in dem Banken wirklich gedeihen können", sagte ein Händler. Die Marktteilnehmer bevorzugten Werte, die als krisensicher geltenden.

Credit Suisse verloren 1,7 Prozent und UBS sackten 2,8 Prozent ab. Auch Julius Bär und Vontobel fielen mehr als ein Prozent. Die Versicherungstitel gaben ebenfalls nach, allerdings weniger stark. Zurich notierten behauptet.

Kleine Kursgewinne verbuchten die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle. Die Genussscheine des Pharmakonzerns Roche waren unverändert, während die Aktien von Konkurrent Novartis leicht nachgaben.

Auch die Anteile zyklischer Firmen neigten zur Schwäche. Holcim wurden um 1,5 Prozent niedriger gehandelt. Der Zementkonzern verringert beziehungsweise verkauft Beteiligungen in Thailand und Guatemala und erhält dafür rund 375 Millionen Franken.

Clariant waren 1,6 Prozent tiefer. ABB schlugen sich mit einem Minus von 0,2 Prozent vergleichsweise gut und Geberit legten marginal zu.

Panalpina fielen 1,3 Prozent. Der Logistikkonzern erwägt, auf Basis der für die nächsten Jahre zu erwartenden Geschäftsentwicklung in Norwegen, die immateriellen Vermögenswerte seines norwegischen Geschäfts teilweise abzuschreiben und für das Jahr 2012 um rund 30 Millionen Franken zu vermindern.

Der Kurs der Swissmetal-Aktien verdoppelte sich auf 1,70 Franken. Die Titel des insolventen Buntmetall-Produzenten hatten ihren Wert bereits am Vortag verdreifacht, nachdem die bekanntwurde, dass die chinesische Frima Baoshida die Betriebe in Reconvilier und Dornach übernimmt.