Wall Street eröffnet schwächer - US-Haushaltsstreit belastet

Freitag, 21. Dezember 2012, 16:21 Uhr
 

New York (Reuters) - Die zugespitzte Lage im US-Haushaltsstreit hat die US-Börsen zum Wochenschluss deutlich belastet.

"Es gibt derzeit nur noch wenig Aussicht darauf, dass vor Ende des Jahres noch etwas passiert", sagte der Robert Pavlik, Marktstratege bei Banyan Partners. Sollten sich die Demokraten um Präsident Barack Obama und die Republikaner bis dahin aber nicht einigen, treten Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar in Kraft. Das könnte die US-Wirtschaft in die Rezession treiben und die Finanzmärkte weltweit belasten. Daher sackten die Kurse am Freitag trotz freundlicher Konjunkturdaten ab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab in den ersten Minuten um 1,1 Prozent auf 13.169 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel ebenfalls um 1,1 Prozent auf 1428 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,6 Prozent auf 3001 Stellen.

Im Haushaltsstreit hatten am Donnerstag Lagerkämpfe der Republikaner die Verhandlungen aus der Spur gebracht. Deren Verhandlungsführer scheiterte am Widerstand in den eigenen Reihen, als er mit einem Kompromissvorschlag zur Besteuerung der Spitzenverdiener die Demokraten von Präsident Barack Obama zum Einlenken drängen wollte. Sein Plan sah höhere Abgaben für Einkommen ab einer Million Dollar vor, Obama will 400.000 Dollar ansetzen. Konservative Republikaner lehnen aber weiter jegliche Steuererhöhungen ab und verweigerten Boehner die Gefolgschaft.

Die Konsumausgaben der US-Bürger stiegen im November so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Mit 0,6 Prozent legten sie so deutlich zu wie seit August 2009 nicht mehr. Ökonomen hatten ein Minus von 0,3 Prozent erwartet. "Die Hinweise für eine Konjunkturbelebung mehren sich", sagte Analyst Wayne Kaufman von Jon Thomas Financial in New York. Der private Konsum macht der 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus.

Nike-Papiere stiegen 4,1 Prozent. Der Sportartikel-Hersteller hat Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert.

Papiere des Blackberry-Herstellers RIM brachen um 16 Prozent ein. Der kanadische Konzern hatte zwar freundliche Quartalszahlen vorgelegt, jedoch erstmals einen Kunden-Rückgang hinnehmen müssen.

Aktien von General Electric gaben 1,2 Prozent nach. Der US-Mischkonzern kauft das Luftfahrt-Geschäft der italienischen Avivo für 3,3 Milliarden Euro und stärkt damit seine Sparte Flugzeug-Triebwerke.

Eine schwächere Nachfrage nach Computern macht dem US-Chipkonzern Micron immer mehr zu schaffen. Der Umsatz brach im abgelaufenen Quartal überraschend deutlich ein, der Verlust war überraschend hoch. Micron-Aktien verloren 5,6 Prozent.