DAX-VORSCHAU-US: Etatstreit könnte Feiertagshandel aufmischen

Sonntag, 23. Dezember 2012, 14:43 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Von wegen gemächlicher Festtagshandel - der seit Monaten andauernde Streit um den US-Etat könnte zwischen den Jahren noch für ein ordentliches Auf und Ab im Dax sorgen.

Es wäre schon eine böse Überraschung für die Märkte, wenn die Politiker das Haushaltsproblem nicht in den Griff bekämen, sagte Daniel Kukalj, Analyst bei Close Brothers Seydler.

Bis Ende nächster Woche muss eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern her, sonst greifen automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 600 Milliarden Dollar. Experten zufolge könnte dies die USA in die Rezession stürzen - was auch der Weltwirtschaft zumindest einen Dämpfer verpassen würde.

DAX IST SEIT MITTE NOVEMBER HEIß GELAUFEN

Die Unsicherheit über den Ausgang der Verhandlungen sollte nach Weihnachten ein willkommener Anlass für Gewinnmitnahmen sein, prognostiziert Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank. "Schließlich ist der Dax in den vergangenen Wochen fast ununterbrochen gestiegen." Allein seit Mitte November hat der deutsche Leitindex gut zehn Prozent zugelegt, seit Januar kommt er mit 7600 Zählern auf ein Plus von knapp 29 Prozent.

Ihre Zuversicht für das neue Jahr lassen sich viele Analysten aber trotz des Hickhacks um den Haushalt nicht nehmen. Die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der Notenbanken, die moderate Bewertung vieler Unternehmen und der Mangel an Anlagealternativen sollten 2013 für Zuwächse im Dax sorgen, schreiben die Experten der Landesbank Berlin in ihrem Marktausblick. Allerdings dürften die Gewinne weniger stark als in diesem Jahr ausfallen: Sie rechnen auf Zwölfmonats-Sicht mit einem Plus von sieben Prozent.

US-KONJUNKTURDATEN IM BLICK

Abseits des Streits um den US-Etat dürften die Anleger in den kommenden zwei Wochen auch einige interessante Konjunkturdaten aus den USA im Blick behalten. Unter anderem stehen der ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie für Dezember (2. Januar) und der Arbeitsmarktbericht (4. Januar) auf dem Plan. Analysten zufolge sollte der Haushaltstreit in den USA vor allem bei den Jobdaten seine Spuren hinterlassen haben. "Wegen der drohenden ,fiskalischen Klippe' halten sich die Unternehmen derzeit vermutlich etwas zurück", schreibt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Seit Juli habe die US-Wirtschaft jeden Monat zwischen 130000 und 190000 Stellen geschaffen - für Dezember rechne er mit einem Wert am unteren Ende dieser Spanne. Die Arbeitslosenquote dürfte nach dem dem überraschend kräftigen Rückgang im November wohl auf 7,8 Prozent gestiegen sein. "Im November war die Quote dadurch gedrückt worden, dass viele Amerikaner die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben hatten. Wir erwarten nun, dass ein Teil dieser Personen wieder an den Arbeitsmarkt zurückgekehrt ist."

- von Daniela Pegna

 
Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange December 20, 2012. REUTERS/Remote/Lizza David (GERMANY - Tags: BUSINESS)