Schweizer Börse gibt vor US-Jobdaten leicht nach

Freitag, 4. Januar 2013, 12:36 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich am Freitag leicht schwächer präsentiert. Nach dem Kurssprung vom Vortag und vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag agierten die Marktteilnehmer Börsianern zufolge vorsichtiger.

Nach der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle des letzten Offenmarkausschusses der US-Notenbank keimten Spekulationen auf, die Fed könnte abhängig von den Jobdaten ihre Geldpolitik eher früher als später straffen.

Der SMI notierte um 0,1 Prozent schwächer bei 7015 Punkten. Der Leitindex war am Donnerstag um 2,9 Prozent gestiegen und hatte erstmals seit mehr als vier Jahren wieder über der Marke von 7000 Zählern geschlossen. Der breite SPI sank ebenfalls um 0,1 Prozent auf 6466 Punkte.

In der Führung der Fed wachsen die Sorgen vor gefährlichen Nebenwirkungen der Konjunkturhilfen, wie aus dem Protokoll der Notenbank-Sitzung vom Dezember hervorging. Einige Ausschuss-Mitglieder waren der Meinung, dass es wegen Sorgen um die Finanzstabilität vermutlich angemessen sein werde, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen zur Stützung der Wirtschaft deutlich vor Ende 2013 zu verlangsamen oder zu stoppen. Der Leitzins soll erst dann angehoben werden, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt. Experten erwarten nicht, dass dies vor 2015 der Fall sein wird.

Gesucht waren die Aktien von Straumann, die 2,2 Prozent anzogen. Der Zahnimplantate-Hersteller wechselt den Konzernchef aus. Marco Gadola übernimmt spätestens im April die Position des CEO. Er folgt Beat Spalinger nach, der nach fast drei Jahren an der Spitze der Geschäftsleitung das Unternehmen verlässt. Der Analyst der ZKB sprach von einem sehr überraschenden Wechsel. Die Titel von Konkurrent Nobel Biocare sanken um 0,4 Prozent.

Kaum verändert zeigten sich die schwer gewichteten Genussscheine von Roche. Der Titel von Konkurrent Novartis gewannen 0,7 Prozent und die Anteile des Lebensmittelriesen Nestle rückten 0,2 Prozent vor.

Transocean gewannen 2,5 Prozent. Der Ölbohrplattform-Betreiber legt die Zivil- und Strafverfahren im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit der Zahlung von 1,4 Milliarden Dollar bei. Das ist weniger als die dafür zurückgestellten 1,5 Milliarden Dollar.

Die Aktien zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Holcim oder Clariant büssten einen Teil ihrer kräftigen Vortagesgewinne wieder ein.

Auch die Anteile der Banken Credit Suisse und UBS waren schwächer. Kaum verändert zeigten sich die Versicherungstitel.