US-Notenbank bremst Höhenflug der Schweizer Börse

Freitag, 4. Januar 2013, 13:45 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat nach dem fulminanten Jahresauftakt am Freitag eine Pause eingelegt und leicht nachgegeben.

Vor den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag und nach der Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle des jüngsten US-Notenbanktreffens hielten sich die Anleger zurück. Die Protokolle nährten Spekulationen, die Fed könnte abhängig von den Jobdaten ihre Geldpolitik eher früher als später straffen, sagten Händler.

Der SMI verlor 0,1 Prozent auf 7014 Punkten. Der Leitindex war am Donnerstag um knapp drei Prozent gestiegen und hatte erstmals seit mehr als vier Jahren wieder über der Marke von 7000 Zählern geschlossen. Der breite SPI gab ebenfalls 0,1 Prozent auf 6466 Punkte nach.

Den Fed-Protokollen zufolge sind einige Ausschuss-Mitglieder der Meinung, dass es wegen Sorgen um die Finanzstabilität vermutlich angemessen sein werde, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen zur Stützung der Wirtschaft deutlich vor Ende 2013 zu verlangsamen oder zu stoppen. Der Leitzins soll erst dann angehoben werden, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent sinkt. Experten erwarten nicht, dass dies vor 2015 der Fall sein wird.

Bei den mehrheitlich schwächeren Bluechips stachen die Aktien von Transocean heraus. Die Titel zogen nach dem Kurssprung vom Vortag weitere 2,6 Prozent an. Der Ölbohrplattform-Betreiber legt die Zivil- und Strafverfahren im Zusammenhang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit der Zahlung von 1,4 Milliarden Dollar bei. Das ist weniger als die dafür zurückgestellten 1,5 Milliarden Dollar.

Die Aktien von Julius Bär stiegen um ein Prozent und schlugen sich damit besser als die Anteile der beiden Grossbanken. Credit Suisse rückten 0,1 Prozent vor, während UBS 1,2 Prozent einbüssten. Beide Titel hatten am Vortag kräftig zugelegt. Die Versicherungswerte zeigten sich bei geringen Kurssausschlägen uneinheitlich.

Kaum verändert waren die schwer gewichteten Pharmawerte Novartis und Roche sowie die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestle.

Die Aktien von zyklischen Firmen wie ABB, Adecco, Holcim oder Sulzer büssten einen Teil ihrer kräftigen Vortagesgewinne wieder ein.

Gesucht waren die Aktien von Straumann mit 1,1 Prozent Aufschlag. Bei dem Zahnimplantate-Hersteller übernimmt Marco Gadola übernimmt spätestens im April die Position des CEO. Er folgt Beat Spalinger nach, der nach fast drei Jahren an der Spitze der Geschäftsleitung das Unternehmen verlässt. Die Analysten der ZKB sprachen von einem sehr überraschenden Wechsel. Die Titel von Konkurrent Nobel Biocare sanken um 0,4 Prozent.

Anschlusskäufe trieben die Aktien von Meyer Burger 9,6 Prozent hoch. Der Vorstoss des Investors Warren Buffett in den Solarbereich lockte Anleger in den krisengeschüttelten Sektor. Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway steckt bis zu 2,5 Milliarden Dollar in das Antelope-Valley-Projekt des US-Unternehmens SunPower.