US-Jobdaten geben Finanzmärkten etwas Halt

Freitag, 4. Januar 2013, 16:01 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Trotz eines durchwachsen ausgefallenen US-Arbeitsmarktberichts hat sich am Freitagnachmittag die Stimmung an den Finanzmärkten etwas gebessert.

Die Zahl der neu geschaffenen Stellen betrug im Dezember 155.000 und lag damit um 5000 Jobs höher als von Analysten erwartet. Dagegen fiel die Arbeitslosenquote mit 7,8 Prozent etwas schlechter aus als prognostiziert. Der Dax machte nach Vorlage der Daten seine geringen Verluste wett und notierte 0,1 Prozent fester bei 7760 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte nahezu unverändert bei 2701 Punkten. An den US-Börsen zeichnete sich ein Handelsstart in der Pluszone ab.

Angesichts der US-Jobdaten dürfte die Federal Reserve an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festhalten, sagte Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf: "Die Arbeitslosenquote ist in den Augen der meisten Notenbanker noch immer zu hoch." Zuvor hatten Spekulationen die Märkte belastet, dass die Fed ihre derzeit weit offenen Geldschleusen allmählich schließen könnte. Ausgelöst worden waren die Befürchtungen durch die Veröffentlichung des Protokolls zur letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed. Der Abschrift zufolge sind einige Mitglieder der Meinung, dass es angemessen sein könnte, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen zur Stützung der Wirtschaft deutlich vor Ende 2013 zu verlangsamen oder zu stoppen.

EURO, ÖL UND STAATSANLEIHEN UNTER DRUCK

In Reaktion auf die Arbeitsmarktdaten kam es an den Devisen-, Anleihe- und Rohstoffmärkten zu uneinheitlichen Kursausschlägen. Der Ölpreis für die Sorte Brent fiel um 1,1 Prozent auf 110,87 Dollar. Der Euro grenzte dagegen seine Verluste ein und notierte bei 1,3023 Dollar, nachdem er am Donnerstag noch rund 1,31 Dollar gekostet hatte. Würde die Geldpolitik in den USA wieder gestrafft, würde der Zinsvorsprung, den der Euro zum Dollar hat, geschmälert.

An den Rentenmärkten ging es mit den Kursen nach unten. Der Bund-Future verlor 56 Ticks auf 143,01 Punkte, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 1,523 (Vorabend 1,479) Prozent. Auch die Rendite ihres US-Pendants stieg weiter und markierte mit 1,9563 Prozent den höchsten Stand seit Frühjahr 2012.

SOLARWERTE SETZEN HÖHENFLUG FORT

Im Dax litten die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck unter einer Herabstufung durch die Analysten von Nomura und fielen um 1,8 Prozent. Größter Verlierer waren Lanxess mit einem Abschlag von 2,1 Prozent.

Solarworld stiegen im TecDax um 14,4 Prozent, nachdem sie bereits am Donnerstag 15 Prozent gewonnen hatten. SMA Solar bauten ihre Vortagesgewinne ebenfalls aus und verteuerten sich um 5,8 Prozent. Der Einstieg des US-Großinvestors Warren Buffett in US-Solarprojekte hatte die Rally bei den Werten der Branche ausgelöst.

Im MDax profitierten Sky Deutschland von einer Kooperation mit der Telekom. Ab Mitte 2013 können Kunden des Telekom-Fernsehens Entertain erstmals Live-Spiele der Fußball-Bundesliga und weitere Programme von Sky wie Film-Sender abonnieren. Sky-Aktien stiegen um 2,4 Prozent auf ein Viereinhalb-Jahreshoch, die T-Aktie gehörte im Dax mit einem Aufschlag von einem Prozent zu den größten Gewinnern.