KORRIGIERT-FOKUS 3-Feste Bankaktien stützen Schweizer Börse

Montag, 7. Januar 2013, 17:53 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Kursgewinne in den Bankaktien haben die Schweizer Börse am Montag gestützt.

Nach den jüngsten Gewinnen sei der Markt auf Konsolidierungskurs eingeschwenkt, was der weiteren Entwicklung aber nur förderlich sein dürfte, sagten Händler. Vor dem Beginn der US-Bilanzsaison hätten sich die Anleger zudem vorsichtig verhalten. Dass der Markt nicht deutlich in der Verlustzone notierte, verdankte er den kräftigen Kursgewinnen der Bankaktien, die die Gewinnmitnahmen in anderen Sektoren auffangen konnten. "Ohne Banken lägen wir klar im Minus", sagte ein Händler.

Der Leitindex SMI, der seit Jahresanfang mehr als drei Prozent gestiegen war, schloss 0,14 Prozent schwächer bei 7049 Punkten. Der breite SPI gab 0,1 Prozent auf 6502 Zählern nach.

Die weitere Entwicklung dürfte massgeblich davon abhängen, wie der Start in die Bilanzsaison der US-Firmen an den Märkten aufgenommen wird. Finanzanalysten äusserten sich vorsichtig. Vor allem die Schuldenkrise könnte die Ergebnisse negativ beeinflusst haben, hiess es. Wie üblich beginnt der Reigen mit den Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa am Dienstagabend.

Die Grossbanken profitierten von der Fristverlängerung von vier Jahren für den Aufbau höherer Liquiditätsreserven. Dies gebe den Geldhäusern etwas mehr Luft zum Atmen, sagten Börsianer. Die Aktie der Credit Suisse zog um drei Prozent an und der Titel von UBS gewann knapp zwei Prozent.

Vom aufgehellten Umfeld für Finanzfirmen profitierten laut Händlerangaben auch die Anteile der Privatbanken Julius Bär und Vontobel, der Asset Manager GAM und Gottex sowie einiger Kantonalbanken. Die Titel des Online-Brokers Swissquote und die Aktien des Bankensoftware-Herstellers Temenos legten deutlich zu. EFG International machten einen Kurssprung von mehr als acht Prozent.

Die Anteile der als krisensicher geltenden Pharmariesen Novartis und Roche gaben nach. Zunächst hatten Aussagen von Roche-Präsident Franz Humer den Kurs des Genussscheins noch unterstützt. Roche habe kein Interesse mehr an einer Übernahme des US-Gentechnikspezialisten Illumina. Das Thema sei definitiv vom Tisch, sagte Humer der "SonntagsZeitung". Die Anleger könnten mit steigenden Dividenden rechnen, sagte Humer weiter. Nestle gaben ebenfalls leicht nach.

Eine Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs verschaffte den Aktien von Swisscom ein Plus von knapp einem halben Prozent.

Die Aktien zyklischer Firmen konsolidierten ihre teils kräftigen Kursgewinne der Vorwoche. Die Abschläge hielten sich dabei aber in Grenzen. ABB und Geberit verloren etwa ein halbes Prozent. Holcim und Adecco gaben etwas stärker nach.

Ein klares Dementi zu Übernahmegesprächen und -versuchen des Verwaltungsratspräsidenten liess die Aktien von Schmolz+ Bickenbach um vier Prozent fallen. Die Aktie von Meyer Burger stürzte wegen Gewinnmitnahmen um gut sieben Prozent ab. Der Kurs war in der Vorwoche mehr als 30 Prozent in die Höhe geschossen.