Zurückhaltung an Asien-Börsen - Warten auf Firmenzahlen

Dienstag, 8. Januar 2013, 08:18 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Vor Beginn der Berichtssaison sind die Kurse an den asiatischen Aktienmärkten am Dienstag gesunken.

Händler sagten, dem Markt fehle Orientierung und die meisten Anleger seien vorsichtig. Viele Experten rechnen mit durchwachsenen Geschäftszahlen der großen Firmen. Als erstes Schwergewicht wollte der US-Aluminiumkonzern Alcoa am Dienstag nach Börsenschluss seine Quartalsbilanz vorlegen. Auch wegen der am Donnerstag anstehenden Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) waren Investoren zurückhaltend. Gewinnmitnahmen nach der Neujahrsrally drückten die Kurse zusätzlich. Der Euro hielt sich bei Kursen von rund 1,3114 Dollar stabil verglichen zum New Yorker Niveau am Montagabend.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei den zweiten Tag in Folge im Minus: Er verlor 0,8 Prozent auf 10.508 Punkte. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab 0,6 Prozent ab. Alle wichtigen asiatischen Indizes lagen im Minus, auch die chinesischen Aktienmärkte in Hongkong und Shanghai konnten sich dem Trend nicht entziehen.

In Tokio wagten sich Experten zufolge die Anleger nach den zuletzt kräftigen Kursgewinnen noch nicht wieder aus der Defensive. Das könne sich aber bald wieder ändern, wenn die japanische Notenbank wie erwartet ihre Geldschleusen weiter öffne und der Yen wieder falle, sagte Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities. Der Dollar legte im Yen-Handel eine Pause ein. Er war in den vergangenen zwei Monaten zur japanischen Währung um rund zehn Prozent gestiegen.

An der japanischen Börse zählten Exportwerte zu den größten Verlierern: So gaben die Aktien des Autobauers Toyota um rund zwei Prozent nach. Die Papiere des Rivalen Suzuki büßten 2,2 Prozent ein. Die Titel des Technologiekonzerns Toshiba fielen um 2,6 Prozent.

Zu den Verlieren zählten auch die Titel von Samsung Electronics , obwohl die Südkoreaner mit einem weiteren Rekordquartal rechnen. Die Aktien verloren 1,3 Prozent. "Insgesamt dürften die Zahlen zum vierten Quartal schlecht ausfallen, außer bei einigen Technologieunternehmen", sagte Analyst Kim Young Joon von SK Securities. Allerdings bessere sich die allgemeine Konjunkturlage derzeit, insofern dürfte das Schlimmste hinter den Firmen liegen, sagte der Experte.

 
An investor looks at a computer screen showing stock information at a brokerage house in Shanghai January 4, 2013. REUTER/Aly Song (CHINA - Tags: BUSINESS)