Gewinnmitnahmen vor US-Bilanzsaison bremsen Wall Street

Dienstag, 8. Januar 2013, 08:18 Uhr
 

New York/Frankfurt (Reuters) - Kurz vor Beginn der US-Bilanzsaison haben am Montag in New York viele Anleger Kasse gemacht.

Neben diesen Gewinnmitnahmen lasteten auch milliardenschwere Entschädigungszahlungen von US-Banken auf der Wall Street. Finanzwerte gingen auf Talfahrt, nachdem sich mehrere Institute zur Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar an Opfer von Zwangsversteigerungen verpflichtet hatten. Aktien europäischer Geldhäuser profitierten dagegen von der Erleichterung darüber, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht den Instituten vier Jahre mehr Zeit gibt, um ihre Liquiditätspuffer aufzufüllen. Der Euro stieg, weil am Markt vorerst keine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet wurde.

In New York pendelte der Dow-Jones-Index im Verlauf zwischen einem Hoch von 13.436 und einem Tief von 13.343 Punkten. Der Leitindex schloss 0,4 Prozent schwächer bei 13.384 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1461 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent nach auf 3098 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 0,6 Prozent im Minus bei 7732 Zählern. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls 0,6 Prozent auf 2693 Punkte. Auch bei Rohstoffen wie Öl oder Kupfer nahmen Investoren Gewinne mit.

Zehn US-Banken, die als Hypotheken-Dienstleister Zwangsversteigerungen veranlassten, haben sich nach Angaben der Regulierungsbehörde OCC zur Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar an die Geschädigten verpflichtet. Dafür bekamen sie an der Wall Street die Quittung: Die Kurse von Geldhäusern wie Bank of America und Wells Fargo gaben zwischen 0,2 und 0,5 Prozent nach.

Der europäische Bankenindex stieg 1,1 Prozent auf 171,8 Punkte. Auslöser war die Entscheidung des Baseler Ausschusses, den Instituten mehr Zeit zu lassen. "Dieser Schritt verschafft der Branche etwas Luft zum Atmen", sagte KBC-Volkswirt Koen De Leus.

In den USA läutet der Aluminiumhersteller Alcoa am Dienstag die nächste Bilanzsaison ein, von der sich die Anleger allerdings keine großen Sprünge erwarten. Der Haushaltsstreit habe sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Verbrauchern zu Kaufzurückhaltung geführt, sagte Randy Frederick, Handelsstratege bei Charles Schwab. Dies dürfte bei den Geschäftszahlen Spuren hinterlassen haben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 625 Millionen Aktien den Besitzer. 1363 Werte legten zu, 1629 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1066 Titel im Plus, 1438 im Minus und 75 unverändert.

 
Traders work at the Greywolf trading stall on the floor of the New York Stock Exchange, January 7, 2013. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)