Defensive Werte heben Schweizer Börse auf Vierjahreshoch

Dienstag, 8. Januar 2013, 17:06 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Kursgewinne bei den Aktien der als krisensicher geltenden Firmen aus dem Pharmasektor haben die Schweizer Börse auf den höchsten Stand seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers vor mehr als vier Jahren gehoben.

Auch erfreuliche Konjunkturdaten der Eurozone und das besser als erwartete Quartalsergebnis des US-Saatgutherstellers Monsanto hellten nach Händlerangaben die Marktstimmung weiter auf. Mit Spannung warteten die Marktteilnehmer nun auf den Abschluss des Aluminiumkonzerns Alcoa, von dem sie sich Aufschluss über die weiteren Aussichten der Industrie erhofften.

Der SMI notierte kurz vor Schluss um 0,5 Prozent höher auf 7084 Zählern. Bei 7088 Punkten markierte der Leitindex den höchsten Stand seit dem 12. September 2008. Der breite SPI rückte um 0,4 Prozent vor auf 6521 Zähler.

Die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche gewannen 0,7 respektive 1,3 Prozent. Novartis will nach den Worten von Konzernchef Joe Jimenez im laufenden Jahr Übernahmen auf vier Milliarden Dollar begrenzen und plant keinen Verkauf kleinerer Einheiten wie Impfstoffe, Consumer Health und Tiermedizin. Roche-Präsident Franz Humer erklärte am Wochenende, der Konzern habe kein Interesse mehr an einer Übernahme des US-Gentechnikspezialisten Illumina ILMN.O. Die Konzerne schienen keine unnötigen Übernahme-Risiken eingehen zu wollen, hiess es in einem Marktkommentar der Bank Notenstein. Nestle tendierten schwächer.

Actelion kletterten um 3,5 Prozent auf 46,15 Franken. Europas grösster Biotechkonzern bekräftigte auf einer Investorenkonferenz der US-Bank JP Morgan seine Prognosen für 2013 und rechnet dank neuen Medikamenten und Sparmassnahmen ab 2014 mit steigendem Gewinn.

Der besser als erwartetet ausgefallene Quartalsbericht von Monsanto fachte bei den Anlegern den Appetit auf Aktien des Rivalen Syngenta an, die um 2,4 Prozent stiegen.

Gefragt waren auch die Anteile des Luxusgüterherstellers Richemont, die um knapp ein Prozent höher auf 74,50 Franken notierten. Barclays Capital hat das Kursziel auf 86 von 82 Franken angehoben und rät die Aktie zu kaufen. Der Titel von Konkurrent Swatch gab leicht nach. Der Uhrenhersteller könnte nach Angaben von Analysten noch im Laufe der Woche den Umsatz für 2012 veröffentlichen. Die ZKB rechnet damit, dass Swatch das Umsatzziel von acht Milliarden Franken "knapp erreicht haben dürfte".

Die Aktien der Banken setzten nach frühen Gewinnmitnahmen den Aufwärtstrend fort. Credit Suisse legten um 0,5 Prozent zu und UBS zogen um ein Prozent an. Am Vortag waren beide Aktien deutlich gestiegen, nachdem der Basler Ausschuss Basler für Bankenaufsicht den Geldhäusern mehr Zeit zur Bildung der Liquiditätsreserven einräumt. Auch die Papiere des Vermögensverwalters GAM Holding tendierten freundlich.

Die Anteile zyklischer Firmen legten einen Marschhalt ein. ABB waren stabil zu und Adecco verloren 0,3 Prozent. Auch Holcim, Geberit und Sulzer gaben nach.

Nobel Biocare büssten 2,5 Prozent ein. Ein schwaches Dentalgeschäft beim US-Konkurrenten Biomet und eine Verkaufsempfehlung der Deutschen Bank belasteten den Titel.