Zurückhaltung an US-Börsen vor Beginn der Berichtssaison

Mittwoch, 9. Januar 2013, 07:31 Uhr
 

New York (Reuters) - Vor dem Start der US-Bilanzsaison haben sich die Anleger an der Wall Street in Deckung begeben.

Nach der Rally in der vergangenen Woche im Zuge der Einigung im US-Haushaltsstreit warteten Investoren nun mit Spannung auf die Bilanz des Aluminiumriesen Alcoa, der am Dienstag nach Börsenschluss den Reigen der Quartalszahlen eröffnen sollte. Allerdings rechnete kaum jemand mit einer positiven Überraschung. "Die Menschen machen sich wegen der Geschäftsberichte Sorgen", sagte Analyst Ken Polcari von O'Neil Securities in New York. Und dies komme noch zu den Befürchtungen wegen der Schuldenobergrenze und dem nur vorübergehend gelösten Haushaltsstreit dazu. Der Aktienmarkt werde so lange apathisch sein, bis sich zeige, in welche Richtung sich die Bilanzen bewegten.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten schloss an der Wall Street mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 13.328 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.293 und 13.377 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 1457 Zähler. Der Nasdaq sackte um 0,2 Prozent auf 3091 Punkte ab.

Auch in Deutschland gaben sich die Anleger verhalten. Der Dax schloss 0,5 Prozent im Minus bei 7695 Punkten. Der EuroStoxx50 gab 0,1 Prozent auf 2691 Zähler nach. Der Euro erholte sich leicht auf 1,3082 Dollar. Das als sicherer Anlagehafen geltende Gold verteuerte sich und wurde bei 1657 Dollar pro Feinunze gehandelt.

In New York sorgte der Optimismus von Monsanto für ein Kursplus von 2,7 Prozent bei den Aktien des weltgrößten Saatgutherstellers. Das Unternehmen hob nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 4,30 bis 4,40 Dollar pro Aktie an.

Im Fokus befanden sich die Telekom-Aktien, nachdem Spekulationen über einen Abschied von Vodafone aus einem Joint-Venture in den USA die Runde machten. Der Chef des US-Telefonkonzerns Verizon Communications liebäugelt damit, den Partner Vodafone beim größten Mobilfunkunternehmen der USA, Verizon Wireless, herauszukaufen. Die Kaufsumme könnte riesig sein: Analysten bewerten das Vodafone-Paket mit 121 Milliarden Dollar. Experten bremsten die Euphorie jedoch und wiesen darauf hin, dass sich die Verhandlungen - falls es überhaupt dazu kommt - lang und komplex gestalten könnten. In New York verloren die Verizon-Papiere 2,4 Prozent.

Ebenfalls auf der Verliererseite fanden sich AT&T mit einem Abschlag von 1,7 wieder. Der Mobilfunkanbieter teilte mit, im Quartal mehr als zehn Millionen Smartphones verkauft zu haben - deutlich mehr als 2011. Dies bedeutet aber auch, dass AT&T höhere Kosten schultern muss, da der Konzern bei den Zwei-Jahres-Verträgen hohe Rabatte anbietet.

Zu den größten Verlierern gehörten die Papiere von Gamestop, die 6,3 Prozent fielen. Der Videospiele-Anbieter enttäuschte mit seinen Absatzzahlen im Weihnachtsgeschäft und kappte seine Erwartungen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 1467 Werte legten zu, 1483 gaben nach und 136 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 1158 Titel im Plus, 1305 im Minus und 97 unverändert.