Schweizer Börse rutscht zum Schluss ins Minus

Donnerstag, 10. Januar 2013, 18:02 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Gute Konjunkturdaten aus China und eine zuversichtlichere Europäische Zentralbank (EZB) haben am Donnerstag die Schweizer Börse im Handelsverlauf auf ein neues Mehrjahreshoch steigen lassen.

Der Schwung reichte freilich nicht bis zum Handelsschluss. Eine schwächelnde US-Börse verdarb den Anlegern am Ende doch noch die Stimmung. Der Leitindex SMI, der zunächst bis auf 7175 Punkte vorgerückt war, beendete den Tag um 0,11 Prozent schwächer bei 7144 Zählern. Der breite SPI sank um 0,1 Prozent auf 6584 Zähler.

Die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid erwiesen sich zunächst als kurstreibende Kraft. Es gebe einige Dinge, die besser geworden seien, sagte Draghi. Steigende Aktienmärkte und sinkende Renditen für Anleihen von Schuldenstaaten sprächen für sich. Die wirtschaftliche Schwäche in der Euro-Zone werde sich 2013 zwar fortsetzen. Doch werde das Wachstum schrittweise Fahrt aufnehmen. Ein Händler fasste die Aussagen Draghis mit vier Worten zusammen: "Das Schlimmste ist vorbei." Der Euro zog über die Marke von 1,21 Franken an.

Lebhaft gehandelt wurden die Finanzwerte, die nach Händlerangaben weiterhin von der Fristenstreckung bei Aufbau von Liquidität durch den Basler Ausschuss am Wochenende begünstigt werden. Damit sei die Wahrscheinlichkeit von Kapitaltransaktionen gesunken. "Die Bankaktien werden dadurch attraktiver", sagte ein Händler. Der Branchenindex legte 0,4 Prozent zu. Credit Suisse rückten um 0,5 Prozent vor. Die Aktie der Grossbank UBS gingen 0,5 Prozent schwächer aus dem Markt. Die Titel haben seit Jahresanfang gut zehn Prozent zugelegt. Die Credit Suisse verkauft das Geschäft mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) an den weltgrössten Vermögensverwalter BlackRock. Ein Preis wurde nicht genannt. Die Versicherungswerte Zurich und Swiss Re gewannen rund ein halbes Prozent.

Im Aufwind lagen auch Biotechnologiewerte wie Actelion, die 1,5 Prozent stiegen. Aktien kleinerer Firmen des Sektors, die weniger liquide sind legten zweistellig zu. Der Kurs von Santhera schoss gar um fast 50 Prozent nach oben. Santhera sei mit einem Börsenwert von 15 Millionen Franken ein "richtiger Smallcap" sei, der sich leicht bewegen lasse, wenn Käufer im Markt seien, hiess es.

Schwächer tendierten die Aktien der Hersteller von Luxusgütern Richemont und Swatch. Händler erklärten, der Umsatzbericht von Swatch habe Gewinnmitnahmen ausgelöst. Swatch habe die Umsatzerwartungen gut erfüllt. "Die Aktien sind gut gelaufen. Es ist Zeit Gewinne mitzunehmen", sagte ein Händler. Richemont gaben mehr als zwei Prozent nach. Andere Zykliker zeigten keine klaren Trend. ABB konsolidierte den jüngsten Kursgewinn. Adecco zogen um 0,6 Prozent an. Holcim verloren knapp zwei Prozent.

Die Aktie der Pharmariesen Novartis und Roche schlossen leicht im Minus. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestle verbuchten einen kleinen Gewinn.