Konjunkturpaket hilft Nikkei - Andere Börsen schwächer

Freitag, 11. Januar 2013, 07:56 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die Aktienmärkte in Fernost haben zum Wochenausklang keine gemeinsame Richtung gefunden.

Ein Anstieg der Inflation in China diente Anlegern am Freitag vielerorts als Anlass zu Gewinnmitnahmen. An der Tokioter Börse brummte dagegen das Geschäft, weil die Anleger neue Impulse für die heimische Wirtschaft sahen. So erhöht der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe einem Zeitungsbericht zufolge den Druck auf die Notenbank, während sein Kabinett ein umfangreiches Konjunkturprogramm auf den Weg brachte. Die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik lastete auf dem Yen. Wegen der schwächeren Landeswährung waren abermals Exporttitel gefragt.

Der Tokioter Leitindex Nikkei mit seinen 225 führenden Werten schloss 1,4 Prozent höher bei 10.801 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab dagegen 0,3 Prozent nach. An den Rohstoffmärkten verbilligte sich Rohöl der Sorte Brent um 0,4 Prozent auf 111,47 Dollar je Barrel, während US-Rohöl frühere Gewinne vollständig wieder einbüßte. Die Signale der japanischen Wirtschaft ließen sowohl Dollar als auch Euro zum Yen steigen: Die europäische Gemeinschaftswährung notierte zeitweise bei 118,58 Yen, so hoch wie seit Mai 2011 nicht mehr. Der Dollar lag bei 89,02 Yen.

In China befeuerten steigende Lebensmittelkosten den Preisauftrieb, was die Wahrscheinlichkeit von Konjunkturprogrammen verringerte. Das war Anlass genug für die Anleger, Kasse zu machen. "Wir befinden uns in einer Konsolidierungsphase", sagte Hong Hao, Aktienstratege bei der Bank of Communication.

Die japanische Regierung gab grünes Licht für die größte Finanzspritze seit Ausbruch der Finanzkrise. Das Programm mit einem Volumen von umgerechnet fast 90 Milliarden Euro soll unter anderem Mittel für Investitionen in öffentliche Infrastruktur, Hilfen für kleine Firmen und Anreize zu Investitionen umfassen. Die Zeitung "Nikkei" zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Abe fordert zudem von der Notenbank, dass sie sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.

Zu den Gewinnern an der Tokioter Börse zählten Automobilwerte wie Toyota, und Honda mit Zuschlägen von 1,3 beziehungsweise 1,5 Prozent. Der Kamerahersteller Nikon wurde sogar 3,3 Prozent höher gehandelt.