DAX-VORSCHAU-Bilanzsaison macht Anleger vorsichtig

Freitag, 11. Januar 2013, 16:00 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Aus Furcht vor einer schwachen Bilanzsaison werden sich Anleger nach Einschätzung von Börsianern in der neuen Woche mit weiteren Käufen am deutschen Aktienmarkt zurückhalten.

"Der schwache wirtschaftliche Verlauf könnte durchaus zu einigen Enttäuschungen führen", warnen die Aktienstrategen der Landesbank Berlin (LBB) in ihrem Marktkommentar.

Ähnlich urteilt Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Zudem sei ein Rücksetzer des Dax überfällig. "Wir sind zu schnell zu stark gestiegen." Seit Mitte November hat der Leitindex rund 800 Punkte zugelegt. In der alten Woche stagnierte sein Kurs allerdings.

Eine Trendwende sei aber nicht zu befürchten, betont Analyst Andreas Hürkamp von der Commerzbank. "Die Staatsschuldenkrise scheint nun für Dax-Investoren nach und nach an Schrecken zu verlieren." Zusammen mit den sich aufhellenden Aussichten für die Konjunktur sorge dies dafür, dass die Chancen auf ein neues Dax-Rekordhoch von 8500 Punkten zunähmen.

Auch die LBB-Experten gehen davon aus, dass der Dax seine bisherige Bestmarke von 8151,57 Zählern übertreffen kann. Lang & Schwarz-Analyst Amato rät dagegen zur Vorsicht. Gerade weil so viele so optimistisch seien, steige das Enttäuschungspotenzial und damit die Wahrscheinlichkeit größerer Kursrückschläge.

"WHO'S WHO" DER US-FINANZWERTE LEGT ZAHLEN VOR

Bei den Unternehmen stehen die Finanzwerte im Rampenlicht. In der neuen Woche wollen die US-Branchengrößen Goldman Sachs, JPMorgan (jeweils Mittwoch), Bank of America und Citigroup (jeweils Donnerstag) ihre Zahlen vorlegen. Auf deutscher Seite hat Metro für Mittwoch die Vorlage von Umsatzzahlen angekündigt. Anleger erhoffen sich hiervon Hinweise auf die Entwicklung des Weihnachtsgeschäfts im deutschen Einzelhandel.

Mit Spannung warten Börsianer zudem auf die Hauptversammlung von ThyssenKrupp am Freitag. Nach Milliardenverlusten, Kartellverstößen und dem Rausschmiss des halben Vorstands wird sich Aufsichtsratschef Gerhard Cromme von den Aktionären des Konzerns sicher eine Menge kritischer Fragen anhören müssen. Einige Thyssen-Eigner fordern sogar Crommes Rücktritt.

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