Verhaltene US-Aktien bremsen Schweizer Börse

Montag, 14. Januar 2013, 17:50 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse leicht fester geschlossen. Im späten Geschäft bremsten die verhaltenen US-Aktienmärkte die Kaufbereitschaft der Anleger und ein guter Teil der anfänglichen Gewinne ging wieder verloren.

Der SMI beendete den Tag um 0,2 Prozent höher mit 7203 Punkten. Bei 7231 Zählern hatte der Leitindex zuvor den höchsten Wert seit August 2008 erreicht. Der breite SPI notierte mit 6635 Punkten ebenfalls um 0,2 Prozent höher.

Händler beschrieben die Stimmung als gut. Die Risikobereitschaft habe merklich zugenommen. Positive Signale aus Fernost, eine höhere Wachstumsprognose der US-Notenbank Fed und die jüngsten Äusserungen von EZB-Chef Mario Draghi hätten ein Umdenken zum Positiven bewirkt, hiess es.

Gefragt waren vor allem die Aktien von Swatch, nachdem der Uhrenkonzern sein Schmuckgeschäft mit einem Zukauf verstärkte und sich zudem positiv zum laufenden Jahr äusserte. Sie gewannen 4,2 Prozent auf 513 Franken. Der Uhrenkonzern übernimmt für rund eine Milliarde Dollar die amerikanische Uhren- und Schmuckmarke Harry Winston. Damit könne sich der Weltmarktführer im margenstarken Hochpreis- und Schmucksegment verstärken, sagte ein Händler. "Geld genug ist ja vorhanden in den Kassen von Swatch." Die Analysten der ZKB sprachen von einer sehr guten Ergänzung.

Rückenwind erhielt Swatch auch von der Deutschen Bank, die das Kursziel auf 590 von 440 Franken anhob und die Empfehlung "Buy" bestätigte. Richemont stufte die Deutsche Bank auf "Buy" von "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel ebenfalls. Die Titel des Swatch-Konkurrenten stiegen um 1,1 Prozent.

Der Einstieg des US-Financiers Carl Icahn verhalf den Aktien von Transocean zu einem Plus von 2,9 Prozent. Händler vermuteten, dass der Kursanstieg des Ölplattform-Betreibers um rund ein Viertel seit Jahresanfang mit dem Positionsaufbau durch Icahn erklärt werden kann. Icahn hält nach Angaben der Börse SIX 3,3 Prozent an Transocean.

Die Aktien grosser zyklischer Firmen neigten zur Schwächen, bei allerdings meist moderaten Kursausschlägen. ABB sanken um 0,7 Prozent, Holcim waren 0,1 Prozent leichter und auch Sulzer gaben 0,1 Prozent nach. Geberit verloren am Tag vor der Veröffentlichung des vorläufigen Jahresergebnisses 0,6 Prozent.

Mit Rückenwind des schwächeren Franken verbuchten die Aktien kleinerer, exportorientierter Unternehmen wie Arbonia-Forster, Schaffner, Bobst, Burckhardt und Rieter grössere Kursgewinne. Die Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro mache ihre Produkte im Ausland wettbewerbsfähiger, hiess es.

Clariant verloren zwei Prozent. Der Chemiekonzern übernimmt CRM International. Die französische Firma stellt Inhaltsstoffe für die Körperpflegemittel auf natürlicher Basis her. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. HSBC stufte Clariant auf "Underweight" von "Neutral" zurück.

Die Anteile von als krisensicher geltenden Firmen gaben meist leicht nach. Novartis allerdings gewannen 0,3 Prozent. Der neue Impfstoff gegen Hirnhautentzündung des Pharmakonzerns stellte in einem klinischen Test seine Eignung zum Schutz von Kleinkindern vor der potenziell tödlichen Erkrankung unter Beweis.

Gesucht waren auch Bankaktien. Credit Suisse und wurden um zwei Prozent höher gehandelt und UBS gewannen 1,1 Prozent. Bei den meist leichteren Versicherungswerten fielen Swiss Life mit einem Plus von 1,3 Prozent auf.