Dax im Wartemodus - US-Bankbilanzen im Blick

Dienstag, 15. Januar 2013, 11:31 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Demokraten und Republikaner streiten sich weiter um den US-Haushalt, die Bilanzsaison in den Staaten nimmt Fahrt auf und die deutsche Wirtschaft hat Ende 2012 einen ordentlichen Dämpfer bekommen - angesichts dieser Gemengelage haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt lieber zurückgehalten. Der Dax notierte am Dienstag nahezu unverändert bei 7729 Zählern.

Der Euro notierte hielt sich mit 1,3378 Dollar ebenfalls in Reichweite seines Vortagesschlusses auf. "Wir sind im Abwartemodus", sagte ein Händler. "Hier passiert nicht viel."

Vor allem der andauernde Haushaltsstreit in den USA bereitet vielen Investoren weiter Kopfschmerzen. US-Notenbankchef Ben Bernanke forderte die Abgeordneten zuletzt zur Anhebung der Schuldenobergrenze auf, um einen Staatsbankrott zu vermeiden. Zum Jahreswechsel hatten sich Demokraten und Republikaner nur auf einen Minimalkompromiss geeinigt, mit dem in letzer Sekunde massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen abgewendet werden konnten.

US-GROßBANKEN LEGEN AB MITTWOCH ZAHLEN VOR

Für Gesprächsstoff an der Börse sorgten auch die anstehenden Geschäftsergebnisse vieler amerikanischer Großbanken. Am Mittwoch legen Goldman Sachs und JPMorgan Chase ihre Zahlen vor, am Donnerstag folgen Citigroup und Bank of America.

Auf die Bilanzen deutscher Unternehmen müssen Anleger noch etwas warten. Für Enttäuschung sorgten am Dienstag allerdings die BIP-Zahlen für 2012. Das Bruttoinlandsprodukt ist von Oktober bis Dezember um rund 0,5 Prozent zum Vorquartal gesunken. Für das Gesamtjahr reichte es zwar zu einem Wachstum von 0,7 Prozent - Analysten hatten jedoch mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Volkswirt Andreas Scheuerle von der DekaBank gewann den Zahlen dennoch etwas Gutes ab: "Berücksichtigt man das schwierige Umfeld der Euro-Schuldenkrise und die Schwächephase in den Wachstumsmärkten, darf man doch recht zufrieden sein."

ANALYSTENEMPFEHLUNGEN TREIBEN AKTIEN

Die Einzelwerte am deutschen Aktienmarkt wurden vor allem von Analystenempfehlungen bewegt. So gab Händlern zufolge eine Hochstufung der Exane BNP Paribas Infineon Auftrieb. Die Aktien standen mit einem Plus von 2,4 Prozent an der Dax-Spitze. Auf der Verliererseite gaben RWE um 2,3 Prozent auf 29,01 Euro nach. JP Morgan stufte die Titel auf "Underweight" von "Neutral" herunter und senkte das Kursziel auf 28 von 32 Euro. E.ON, die am Morgen den Verkauf ihres 24,5-prozentigen Anteils an dem slowakischen Energieunternehmen SPP veröffentlicht hatten, gaben ebenfalls nach und notierten ein Prozent schwächer.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten auch die Papiere der Lufthansa: Die BayernLB sei dabei, Lufthansa-Aktien am Markt zu platzieren, die rund zwei Prozent von deren Grundkapital ausmachten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag Reuters. Das drückte die Papiere knapp zwei Prozent ins Minus.