Pharmawerte und Nestle ziehen Schweizer Börse nach oben

Dienstag, 15. Januar 2013, 18:30 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Kursgewinne der schwergewichteten Aktien aus dem Nahrungsmittel- und Pharmabereich haben die Schweizer Börse am Dienstag auf ein neues Mehrjahreshoch gehievt.

Nach Händlerangaben kam es zu einer Sektorrotation, bei der die Anleger auf konjunkturresistentere Branchen setzten, nachdem bisher vor allem Finanz- und zyklische Werte gut gelaufen seien. Die Stimmung sei gut. Zwar sorgten sich die Anleger um den US-Schuldenstreit. "Aber genauso wie beim Haushaltsstreit, der die Märkte bis zum Jahresende gelähmt hat, wird es bei der Anhebung der Schuldengrenze eine Lösung geben", sagte ein Händler.

Der SMI schloss um 0,97 Prozent höher auf 7272,3 Punkten, praktisch auf dem Tageshoch und zugleich auf dem höchsten Stand seit September 2008. Der breite SPI stieg um 0,85 Prozent auf 6690 Punkte.

Gefragt waren Nahrungsmittelwerte wie die Nestle-Aktie, die um 1,64 Prozent stieg und den Markt aufgrund ihres hohen Index-Gewichtes stark unterstützte. Die Aktie des weltgrössten Agrochemiekonzerns Syngenta rückte um knapp zwei Prozent vor und der Kurs des Riechstoff- und Aromenherstellers Givaudan zog um 0,8 Prozent an. Der Pharmawerte Roche legte 1,3 Prozent zu und Novartis rückten um 0,6 Prozent vor. Sie alle erhielten Rückenwind von positiven Analystenkommentaren.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller setzten ihre Rekordfahrt fort. Swatch und Richemont verbuchten neue Höchstkurse, konnten diese aber nicht ganz halten. Swatch hatte am Vortag mitgeteilt, das Schmuckgeschäft werde mit dem rund eine Milliarde Dollar teuren Zukauf der amerikanische Uhren- und Schmuckmarke Harry Winston verstärkt, was im Markt als sehr guter Schritt aufgenommen wurde.

Andere zyklische Werte wie Adecco Clariant und Sulzer gaben einen grossen Teil der Kursanstiege wieder ab und ABB, Adecco und Holcim rutschten ins Minus. Transocean verloren 1,4 Prozent. Die Aktie war am Montag wegen der Mitteilung stark gestiegen, dass der US-Milliardär Carl Icahn an der Firma massgeblich beteiligt ist.

Die Aktien mittelgrosser Industriefirmen wie Fischer, Bucher, Rieter, Forbo und Unternehmen des Tourismus wie Victoria und BVZ erhielten laut Händlern Rückenwind vom schwächeren Franken.

Gefragt waren die Partizipationsscheine von und Namenaktien von Lindt & Sprüngli. Der Schokoladehersteller überzeugte die Anleger mit einem so starken organischen Wachstum wie seit Jahren nicht mehr. Der Umsatz stieg um 7,3 Prozent auf 2,67 Milliarden Franken. Auch die Aktien des Schokoladeherstellers Barry Callebaut, dessen Quartalsumsatz am Mittwoch erwartet wird, gewannen gut zwei Prozent.

Eine starke Beschleunigung des Umsatzwachstums im vierten Quartal 2012 bescherte der Aktie von Geberit ein Plus von fast drei Prozent. Insgesamt steigerte der Sanitärtechnik-Konzern den Umsatz 2012 um 3,1 Prozent auf 2,19 Milliarden Franken.

Die Aktie der Grossbank Credit Suisse gewann gut ein Prozent und der Titel der Konkurrentin UBS legten 0,4 Prozent zu. Händler hofften auf positive Impulse für den Sektor durch die Veröffentlichung der Bilanzen der US-Banken Goldman Sachs und JPMorgan am Mittwoch.

Bei den Versicherungen fielen Swiss Re mit einem Plus von 0,9 Prozent auf. Händler sagten, im Markt kursierten Spekulationen, dass der Rückversicherer eine Sonderdividende ausschütten könnte.