Dax-Anleger im Bann der US-Bilanzsaison

Mittwoch, 16. Januar 2013, 11:03 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Vor der Veröffentlichung der Zwischenbericht von JP Morgan und Goldman Sachs haben sich die Aktienanleger in Europa bedeckt gehalten.

Zwar gaben die Kurse in Frankfurt, Paris, Madrid und Mailand überwiegend nach, doch fielen die Verluste bei geringen Umsätzen gemessen an den schwachen Vorgaben aus Asien moderat aus. Der Dax büßte 0,3 Prozent auf 7656 Zähler ein, der EuroStoxx50 0,4 Prozent. In Tokio hatten Gewinnmitnahmen den Nikkei-Index dagegen um 2,6 Prozent ins Minus gedrückt. Auch in London reagierten die Anleger gelassen auf die Warnung der Ratingagentur Fitch, Großbritannien bei einer nochmals höheren Verschuldung das Spitzenrating zu entziehen. Der Footsie verlor 0,5 Prozent.

"Viele Anleger wollen abwarten, wie die Bilanzsaison in den USA weiter verlaufen wird, ehe sie sich neu positionieren", sagte ein Händler. "Und offenbar sind viele weiter zuversichtlich für die Aktien." Sollten JP Morgan und Goldman Sachs überzeugen, könnte das auch den Kursen der europäischen Banken einen neuen Schub geben, erläuterte ein anderer Händler. Im frühen Geschäft standen im Dax Deutsche Bank und Commerzbank aber noch auf den Verkaufslisten der Anleger. Mit Verlusten von je etwas mehr als einem Prozent zählten sie zu den größten Verlierern. Der EuroStoxx-Bankenindex notierten 1,7 Prozent niedriger. Händler führten diese Verluste vor allem auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem die Banken zuletzt gut gelaufen waren.

Zu den Dax-Gewinnern zählten die Aktien von Fresenius mit einem Plus von rund einem Prozent. UBS hatte die Aktien auf ihre Empfehlungslisten gesetzt und die Kursverluste der vergangenen Wochen als überzogen beschrieben.

Auf Talfahrt gingen dagegen die Titel von Infineon mit einem Abschlag von 0,7 Prozent. Händler sagten, UBS habe die Titel von ihrer Tech-Favoriten-Listen gestrichen. Weiter abgestoßen wurden die Aktien von SAP, die rund ein Prozent verloren. Die Softwareschmiede hatte am Vortag die Anleger mit ihren Quartalszahlen enttäuscht.

Im MDax standen die Aktien des Handelsriesen Metro mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 23,55 Euro im Fokus. Die Bestätigung der Gewinnprognose und der Rückzug von Media-Saturn aus China würden von den Anlegern positiv gesehen, erklärten Händler. Gewinnmitnahmen nach einer Verkaufsempfehlung machten dagegen den Aktien von Wacker Chemie zu schaffen. Die Papiere verloren drei Prozent.

YEN KOMMT WIEDER AUF DIE BEINE - BOND-ANLEGER VORSICHTIG

Am Devisenmarkt sorgten Aussagen des scheidenden Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker für Gesprächsstoff. Der luxemburgische Ministerpräsident hatte den Euro-Kurs als "gefährlich hoch" bezeichnet. Das löste nicht nur Gewinnmitnahmen, sondern auch Stirnrunzeln aus. Der Euro rutschte auf 1,3270 Dollar von rund 1,33 Dollar am Vorabend. Börsianer erklärten, die Exportunternehmen der Euro-Zone hätten schon deutlich höherer Kurse zu verdauen gehabt. Von einer übertriebenen Aufwertung könne keine Rede sein.

Neben dem Euro stand das Comeback des Yen im Blickpunkt. Aussagen von Wirtschaftsminister Akira Amari hätten die Yen-Käufe ausgelöst. Amari hatte vor den Folgen eines schwachen Yen, der die Importe für alle verteuert, gewarnt. Der Dollar rutschte auf 88 Yen von beinahe 89 Yen am Vortag. Auch der Euro gab nach und fiel auf 116,80 Yen von 118,13 Yen.

Am Bond-Markt überwog die Zurückhaltung. Der Bund-Future kam kaum vom Fleck, da viele Anleger auf die Versteigerung neuer zehnjähriger Bundesanleihen warteten. Die Renditen der spanischen und italienischen Staatsanleihen zogen wieder leicht an.