US-Daten und Franken geben Schweizer Börse Auftrieb

Donnerstag, 17. Januar 2013, 17:49 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Ein schwächelnder Franken und gute Daten vom US-Immobilien- und Arbeitsmarkt haben am Donnerstag der Schweizer Börse auf ein Mehrjahreshoch verholfen.

Der Leitindex SMI stieg um 1,7 Prozent auf 7429,9 Zähler und verzeichnete den höchsten Stand seit Mitte 2008. Der breite SPI kletterte um 1,56 Prozent auf 6820 Zähler. Der sich abschwächende Franken macht Schweizer Aktien für ausländische Investoren attraktiver und erleichtert exportorientierten Firmen das Geschäft. Die Zahl der Baubeginne stieg in den USA im Dezember auf 954.000 und übertraf die Prognosen der Analysten. Zugleich lag die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 335.000 deutlich unter den erwarteten 365.000 Anträgen. Der enttäuschende Konjunkturindex der US-Notenbank von Philadelphia beeindruckte die Anleger dagegen kaum.

Gesucht waren aber in erster Linie nicht zyklische Werte sondern die Aktien der als krisensicher geltenden und schwergewichteten Pharmawerte Novartis und Roche sowie der Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestle. Sie gewannen zwischen gut ein Prozent und mehr als drei Prozent im Fall von Roche. Mit diesen Titeln wollten sich die Marktteilnehmer nach dem starken Anstieg der Bankaktien etwas defensiver positionieren, sagten Händler. Zudem seien diese Werte im Vergleich zu den Finanz- und zyklischen Titeln kursmässig noch etwas zurückgeblieben. Mit diesen drei Schwergewichten könne der Schweizer Markt zu mehr als der Hälfte abgebildet werden.

Unterschiedlich zeigten sich die Finanzwerte. Bei den Banken lagen die Anteile der Credit Suisse mit gut einem Prozent im Plus, während UBS ein halbes Prozent zulegen konnte. Die Julius Bär-Aktie legte 2,3 Prozent zu. Händler verwiesen auf die Entwicklung der europäischen Mitbewerber, bei denen sich auch keine klare Tendenz durchsetzte. Die Bilanzen der US-Banken Bank of America und Citigroup wurden im Markt kräftigen Abschlägen quittiert. Goldman Sachs habe am Vortag mit einem Rekordgewinn von 21,3 Milliarden Dollar die Latte für die Konkurrenten sehr hoch gelegt. Bei den Versicherungen stiegen Swiss Re um zwei Prozent.

SGS legte als erstes Schweizer Grossunternehmen den Jahresabschluss vor - und enttäuschte die Anleger. Die Aktien gaben zunächst nach und gingen dann unverändert auf dem Markt. Restrukturierungskosten vermiesten dem Prüf- und Inspektionskonzern das Ergebnis. Die Dividende wird auf 58 Franken je Aktie gekürzt von 65 Franken im Vorjahr. Der Gewinn stieg 2012 lediglich um 1,5 Prozent auf 556 Millionen Franken und verfehlte damit die von Analysten im Schnitt prognostizierten 573 Millionen. Für 2013 wird ein solides Umsatz- und Gewinnwachstum in Aussicht gestellt.

Die Titel von Syngenta rückten 2,5 Prozent auf 399 Franken vor. Credit Suisse hat die Analyse des Agrarchemiekonzerns mit "Overweight" und einem Kursziel von 450 Franken wieder aufgenommen.

Die Anteile zyklischer Firmen drehten nach einem verhaltenen Start stetig nach oben. ABB, Clariant, Geberit und Holcim rückten kräftig vor. Aktien mittelgrosser Firmen wie Fischer, Sulzer und Autoneum gewannen drei Prozent und mehr. Adecco legten 2,3 Prozent zu.

Sonova fielen leicht zurück. Firmengründer und Grossaktionär Andy Rhis will seine Beteiligung an dem Hörgerätehersteller in den kommenden zwölf Monaten oder schneller auf rund sechs Prozent verringern von derzeit 7,6 Prozent.

Bei den kleineren Werten standen Meyer Burger an der Spitze der Gewinnerliste. Die Titel des Solarzulieferers, die lange unter Druck standen, legten fast zwölf Prozent auf 9,40 Franken zu. Vor knapp einem Jahr war die Aktie 20 Franken wert gewesen.