China-Daten stützen Aktienmärkte nur kurz - Yen fällt

Freitag, 18. Januar 2013, 11:31 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Trotz guter Vorgaben aus den USA und Japan sowie eines Anstiegs der Wirtschaftsleistung in China haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag eine Pause eingelegt.

Der Dax notierte am Vormittag 0,3 Prozent im Minus bei 7715 Zählern. Der EuroStoxx50 notierte nahezu unverändert bei 2719 Punkten.

Die Konjunkturdaten aus China wurden von Börsianern mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt in der Volksrepublik um 7,9 Prozent und damit etwas mehr zu als von Analysten erwartet. Im Gesamtjahr expandierte die chinesische Wirtschaft um 7,8 Prozent. Damit war 2012 das schwächste Jahr seit 13 Jahren. "China hat vielleicht den Blues abgelegt und ist auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, aber es ist immer noch der niedrigste Anstieg seit 1999", sagte Marktanalystin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Es gebe weiterhin eine Menge Unsicherheit und es dürfe nicht vergessen werden, dass der Zuwachs im vierten Quartal durch Geldspritzen der Regierung zustande gekommen sei.

In Tokio hatte der Nikkei fast drei Prozent gewonnen. Händler spekulierten dort auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Bank of Japan. Die Währungshüter würden auf ihrer zweitägigen Sitzung in der kommenden Woche prüfen, ob sie so lange Staatsanleihen kaufen sollen, bis das Inflationsziel von zwei Prozent in Sicht sei, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Nachricht setzte den Yen unter Druck, der zum Dollar mit 90,18 Yen auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief fiel. Der Euro notierte bei 1,3357 Dollar nach 1,3377 Dollar am Vorabend in New York.

COMMERZBANK STEIGEN NACH BERICHTEN ÜBER STELLENABBAU

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Anteilsscheine der Commerzbank mit einem Plus von 0,9 Prozent. Medienberichten zufolge plant das Geldhaus Tausende Stellen zu streichen.

Am Tag der Hauptversammlung standen dagegen ThyssenKrupp auf der Dax-Verliererseite mit einem Minus von 1,9 Prozent ganz oben. Händler verwiesen auf Zweifel an einem erfolgreichen Verkauf der Stahlwerke in Übersee. Laut einem Bericht des "Handelsblatts" ist Thyssen mit den Angeboten für seine amerikanischen Stahlwerke unzufrieden.

Die massiven Investitionspläne des US-Halbleiterkonzerns Intel schoben laut Händlern den Chipzulieferer Aixtron im TecDax an. Intel will im laufenden Jahr 13 Milliarden Dollar ausgeben und unter anderem in Zukunftstechnologien in der Produktion investieren - deutlich mehr als von Analysten erwartet. Aixtron legten 1,7 Prozent zu. Die in Frankfurt gelisteten Aktien von Intel rutschten dagegen um 4,3 Prozent ab, nachdem der Konzern für das Schlussquartal einen Gewinn- und Umsatzrückgang und eine unerwartet schlechte Prognose vorgelegt hatte. Im nachbörslichen Handel in New York waren die Intel-Papiere um mehr als fünf Prozent abgesackt.

Im MDax ragten Bilfinger mit einem Plus von 2,9 Prozent heraus. Der Baukonzern will den US-Wassertechnikspezialisten Johnson Screens übernehmen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Die rote Laterne im MDax hielten die Aktien von Metro mit einem Abschlag von zwei Prozent. Die Analysten von Credit Suisse stuften die Papiere auf "underperform" von "neutral" herunter.

Aufwärts ging es dagegen mit Praktiker im SDax, nachdem die Deutsche Bank Händlern zufolge die Aktien auf "buy" von "hold" heraufgenommen hatte. Praktiker-Anteilsscheine kletterten um acht Prozent nach oben.