DAX-VORSCHAU-Die Luft nach oben wird dünner

Freitag, 18. Januar 2013, 13:55 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die an Fahrt gewinnende Bilanzsaison und optimistisch stimmende Konjunkturdaten könnten dem Aktienmarkt in der neuen Woche weiter nach oben helfen.

Allerdings merkt Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba an: "Die Luft wird dünner." Denn der Dax hat zuletzt bereits eine beeindruckende Rally hingelegt. Seit Mitte November hat der Leitindex mehr als zehn Prozent gewonnen und liegt damit nur noch gut fünf Prozent unter seinem Rekordhoch bei 8151 Zählern vom Juli 2007. Reinwand zufolge wird für einen weiteren Anstieg entscheidend sein, dass die Unternehmen die an sie gestellten Erwartungen auch erfüllen.

Die meisten Quartalsberichte laufen weiter aus den USA ein, mit Siemens und SAP legen aber auch wichtige Dax-Unternehmen Rechenschaft über das Geschäft im abgelaufenen Quartal ab. Daneben geben ZEW- und Ifo-Index neue Hinweise darauf, wohin sich die hiesige Wirtschaft bewegt. Fortschritte in den Euro-Sorgenländern werden auch hierzulande neue Impulse geben, sind sich Aktienstrategen sicher. "Mit dem Abebben der Krise in den vergangenen Wochen wird der Bremsklotz Unsicherheit nun mehr und mehr aus dem Weg geräumt", sagt Analyst Ralf Solveen von der Commerzbank. "Wir gehen davon aus, dass immer mehr Unternehmen wieder Vertrauen fassen und somit die Geschäftsaussichten wieder positiver einschätzen."

Im Wochenverlauf hat der Dax 0,2 Prozent auf 7731 Punkte gewonnen. Am Freitagnachmittag lag er 0,2 Prozent höher bei 7734 Zählern.

SAP SCHULDET NOCH AUSBLICK FÜR 2013

Großes Anleger-Interesse dürfte die Siemens-Hauptversammlung am Mittwoch auf sich ziehen, denn Aufsichtsratschef Gerhard Cromme muss sich wieder einmal kritischen Aktionären stellen. Beim Technologiekonzern in München steht der Manager zwar nicht so sehr in der Kritik wie als Chefaufseher von ThyssenKrupp, aber auch an der Isar nimmt der Widerstand gegen ihn zu. Außerdem berichtet Siemens über die Geschäftsentwicklung in den drei Monaten bis Ende Dezember. Analysten erwarten durchschnittliche Zahlen bei einem leicht rückläufigen Auftragseingang. Daneben stimmen die Aktionäre darüber ab, ob sie das "Geschenk" Osram annehmen. Siemens will angesichts ungewisser Zukunftsaussichten nicht mehr in die Leuchtmitteltochter investieren und die große Mehrheit der abgespaltenen Gesellschaft an seine Investoren verteilen.

Ebenfalls am Mittwoch informiert SAP über den Geschäftsverlauf 2012. Einen Umsatz von 16,2 Milliarden Euro hatte der Softwarekonzern am Dienstag bereits veröffentlicht, nun warten Investoren auf den Gewinn und den Ausblick für 2013.

Außerdem werden Douglas (Dienstag) und Beiersdorf (Donnerstag) Zahlen vorlegen. Aus den USA dürften vor allem die Bilanzen von Google, Apple und Microsoft spannend werden. Die bisher vorgelegten Berichte vermitteln ein gemischtes Bild: Von vier großen US-Banken haben zwei enttäuscht, auch der Chipkonzern Intel verfehlte die Erwartungen. Lichtblick war dagegen Ebay. "Bislang haben die Unternehmen mit ihren Zahlen mehrheitlich enttäuscht", konstatiert Analyst Matthias Thiel von MM Warburg. Daraus lasse sich aber noch nicht auf einen Trend schließen. "Auch in den vergangenen Quartalen hatten die Zahlen zum Auftakt der Berichtssaison zunächst nicht überzeugen können und fielen dann im zunehmenden Verlauf besser aus." Am Montag bleibt die US-Börse wegen des Martin-Luther-King-Days geschlossen.

Von den hiesigen Konjunkturdaten erhoffen sich Börsianer Positives. "Nach dem deutlichen Anstieg sowohl der Sentix-Erwartungen als auch der Einschätzungen der aktuellen Lage dürfte die ZEW-Umfrage für Januar ebenfalls besser ausfallen", sagt Analyst Stefan Mütze von der Helaba. Sollte dann auch der Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar zum dritten Mal in Folge steigen, wäre das ein Indiz für eine Trendwende zum Besseren.