Gewinnmitnahmen bremsen Höhenflug der Schweizer Börse

Freitag, 18. Januar 2013, 17:31 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Gewinnmitnahmen haben den Höhenflug der Schweizer Börse vor dem Wochenende gebremst.

Händler sprachen von einer Konsolidierung nach dem fulminanten Jahresauftakt. "Wir hatten einen der besten Starts seit Jahren", sagte ein Händler. "Wir sind etwas gar rasant gestartet. So kann es ja nicht weitergehen."

Der SMI notierte am Freitag kurz vor Schluss um 0,7 Prozent tiefer bei 7377 Punkten. Seit Jahresanfang hatte der Leitindex hatte neun Prozent zugelegt. Der breite SPI verlor ebenfalls 0,7 Prozent auf 6778 Zähler.

Händler sprachen lediglich von einer leichten Korrektur An der guten Stimmung im Markt habe sich nichts geändert. Die Aussichten würden angesichts der besseren Konjunkturdaten aus den USA und Asien und des schwächeren Frankens zuversichtlich beurteilt. Zudem sei die Liquidität sehr hoch und dürfte durch eine neue Geldschwemme in Japan sogar noch zunehmen.

Die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche, die am Vortag zusammen mit den ebenfalls schwer gewichteten Aktien von Nestle den Markt beflügelt hatten, schwächten sich ab. Novartis verloren 0,7 Prozent. Die Roche-Genussscheine büssten 1,8 Prozent ein. Am Vortag hatten verfallsbedingte Käufe und technische Faktoren den "Bon" erstmals seit fast fünf Jahren wieder über die Marke von 200 Franken getrieben. Nestle dagegen stiegen erneut um 0,3 Prozent.

Uneinheitlich zeigten sich die Bankaktien: Credit Suisse zogen leicht an, während UBS 0,5 Prozent tiefer gehandelt wurden. Julius Bär rückten 1,9 Prozent vor. Die Schweizer Privatbank Julius holt sich für die Übernahme des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts von Bank of America-Merrill Lynch Verstärkung. Fünf ehemalige Merrill Lynch-Spitzenmanager sollen die Führungskräfte vor Ort beraten, wie sich die Geschäfte "reibungslos zusammenführen lassen und wie sie gemeinsam voranschreiten können".

Die Versicherungswerte neigten mehrheitlich zur Schwäche. Swiss Re verloren 1,7 Prozent. Der Konzern wird in einem Zeitungsbericht als ein möglicher Interessent für Generalis US-Rückversicherungsgeschäft genannt. "Sollte es zu einer milliardenschweren Übernahme kommen, könnte Swiss Re davon absehen, eine Sonderdividende auszuschütten", sagte ein Händler. Spekulationen auf eine hohe Ausschüttung stützten die Titel seit längerem.

Die Aktien exportorientierter Firmen, die zu den Profiteuren des nachgebenden Frankens gehören, legten weiter zu. Adecco, Clariant, Oerlikon und Sulzer gehörten zu den Kursgewinnern. ABB schwächten sich 1,5 Prozent ab. Morgan Stanley hatte den Eltrotechnikwert auf "Underweight" zurückgestuft.

Im Aufwind waren die Anteile der beiden Dentalimplantate-Hersteller. Straumann gewannen 1,2 Prozent und Nobel Biocare rückten vier Prozent vor. Nobel Biocare will Franz Maier zur Wahl in den Verwaltungsrat vorschlagen. Maier war unter anderem als Executive Vice President Sales und Mitglied des Executive Board von Straumann in den Bereichen Medizinprodukte und Biotechnologie tätig.