Richemont bremst Schweizer Börse

Montag, 21. Januar 2013, 09:38 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag im frühen Geschäft wenig verändert tendiert.

Gewinnmitnahmen belasteten laut Händlern nach einem als enttäuschend taxierten Quartalsumsatz die schwergewichteten Richemont-Aktien. Die Stimmung insgesamt sei aber gut, erklärten Händler. Die Anleger setzten auf eine Entspannung im US-Haushaltsstreit. Ausserdem seien die jüngsten Konjunkturdaten ermutigend und die Firmenbilanzen besser als erwartet ausgefallen. Daneben könnte ein anhaltend starker Kapitalzufluss aus den niedrig verzinsten Anleihen den Markt beflügeln. Weil wegen des Martin Luther King-Feiertags in den USA die Märkte geschlossen bleiben, rechneten Händler mit einem eher ruhigen Geschäft.

Der SMI notierte um 09:30 Uhr um 0,1 Prozent leichter auf 7362 Punkten. Der breite SPI war mit 6773 Punkten ebenfalls marginal leichter.

Richemont sackten um fast sechs Prozent ab auf 74,05 Franken. Händler sagten, im Aktienkurs seien sehr hohe Erwartungen eingearbeitet gewesen. Die Aktie habe im vergangenen Jahr rund 50 und seit Jahresanfang weitere zehn Prozent zugelegt. Der chinesische Stern habe an Glanz verloren, kommentierte die ZKB und stufte die Empfehlung auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" zurück.

Der Luxusgüterhersteller hat im Weihnachtsquartal die Verkäufe um neun Prozent auf 2,862 Milliarden Euro gesteigert. Zu konstanten Wechselkursen gerechnet betrug die Zunahme fünf Prozent. Vor einem Jahr war das Wachstum noch deutlich stärker ausgefallen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Wachstum des Konzernumsatzes von zehn Prozent gerechnet. Richemont erklärte, kurzfristig seien die Aussichten im Asiengeschäft schwer einzuschätzen.

Im Sog von Richemont verloren die Anteile des Mitbewerbers Swatch zwei und der Branchenindex ein Prozent.

Rund ein Prozent fester notierten die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS. Weder UBS, noch Julius Bär, Credit Suisse oder Union Bancaire Privee (UBP) haben laut Kreisen Interesse an einer Übernahme der Schweizer Generali-Tochter BSI. Dei Banken Safra und Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) gehörten dagegen zu den Bietern, hiess es weiter.

Bei geringen Kursausschlägen tendierten die Assekuranzwerte uneinheitlich. Zurich gewannen 0,3 Prozent und Swiss Re verloren 0,3 Prozent.

Auch die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche zeigten keine nennenswerten Kursbewegungen. Der Titel des Lebensmittelkonzerns Nestle legte ein halbes Prozent zu.

Die meisten zyklischen Papiere zogen etwas an. ABB, Adecco, Clariant und Geberit stiegen ein halbes Prozent und Holcim gewannen gar 1,5 Prozent.