Yen vor BoJ-Entscheid erneut tiefer - Aktien behauptet

Montag, 21. Januar 2013, 11:19 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - In Erwartung einer drastischen Lockerung der japanischen Geldpolitik haben Anleger am Montag erneut Yen verkauft.

Die japanische Währung fiel kurzzeitig auf ein neues Zweieinhalb-Jahres-Tief. Am Aktienmarkt sorgten unterdessen Anzeichen für Fortschritte bei der Überwindung des US-Haushaltsstreits für verhaltenen Optimismus.

Investoren rechnen fest damit, dass die Bank von Japan (BoJ) am Dienstag ein Inflationsziel von zwei Prozent ausgeben wird und so lange japanische Staatsanleihen aufkauft, bis sie dies erreicht hat. "Dass die BoJ mehr macht, als der Markt erwartet, ist unwahrscheinlich", warnte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. "Es droht vielmehr eine Enttäuschung." Sein Kollege Minori Uchida von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ sagte nach einem kurzzeitigen Anstieg des Dollar auf 91 Yen einen Rückfall auf 80 bis 85 Yen voraus.

Ein Dollar verteuerte sich am Montag zunächst auf bis zu 90,25 Yen. Gewinnmitnahmen drückten die US-Währung im frühen europäischen Handel aber auf 89,54 Yen zurück. Der Euro konnte seine Anfangsgewinne ebenfalls nicht halten und verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 119,31 Yen. Am Tokioter Aktienmarkt gingen Investoren ebenfalls auf Nummer sicher und machten Kasse. Einige von ihnen steckten ihr Geld aus Furcht vor einer anziehenden Inflation in Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 1688,96 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

DAX UND EUROSTOXX AUF TUCHFÜHLUNG MIT JAHRESHOCHS

Am Aktienmarkt legten Dax und EuroStoxx50 jeweils 0,3 Prozent auf 7726 beziehungsweise 2719 Punkte zu. Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus sind eigenen Aussagen zufolge zu einer vorübergehenden Anhebung der Schuldenobergrenze bereit. Damit soll Zeit gewonnen werden, um einen neuen, langfristig tragbaren Etat zu verabschieden. Toby Campbell-Gray, Chef-Händler von Tavira Securities, bezeichnete die Annäherung als ermutigend. Analysten der National-Bank warnten dagegen vor überzogenen Erwartungen. "Das so etwas funktionieren wird, ist jedoch unwahrscheinlich." Bei den Etat-Verhandlungen lägen die Positionen der Republikaner und Demokraten zu weit auseinander.

LUFTFAHRTWERTE IM AUFWIND - KAPITALERHÖHUNG DRÜCKT SKY

Nach positiven Analystenkommentaren zählten die Luftfahrtwerte zu den Favoriten an den europäischen Börsen. 2013 werde darüber entscheiden, ob die Spar-Bemühungen der Branche Früchte tragen, schrieb Credit-Suisse-Analyst Neil Glynn in einem Kommentar. Er lobte die Fortschritte bei der British Airways-Mutter IAG und Air France-KLM, deren Aktien sich um ein beziehungsweise 5,1 Prozent verteuerten. Das größte Kurspotenzial sehe er aber bei der Lufthansa, fügte Glynn hinzu. Mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 14,77 Euro setzten sich die Titel der Fluggesellschaft an die Spitze des Dax.

Im Nebenwerte-Index MDax rutschten Sky Deutschland trotz steigender Abonnentenzahlen und eines geringeren Gesamtjahres-Verlustes um 5,2 Prozent auf 5,51 Euro ab. Der Bezahlfernseh-Sender bietet seinen Aktionären 20,4 Millionen neue Anteilsscheine zu je 4,46 Euro an.