Schweizer Börse verliert - Richemont nach Zahlen schwach

Montag, 21. Januar 2013, 17:51 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Gewinnmitnahmen bei den schwergewichteten Pharmawerten und der Kurseinbruch bei Richemont haben am Montag die Schweizer Börse in die Verlustzone gedrückt.

Impulse waren wegen des Martin Luther King-Feiertags in den USA rar und das Geschäft verlief in ruhigen Bahnen. Der Leitindex SMI sank um 0,4 Prozent auf 7336 Punkte. Der breite SPI verlor ebenfalls 0,4 Prozent auf 6751 Zähler.

Händler sprachen von einer grundsätzlich weiterhin guten Stimmung. Die Liquidität sei nach wie vor hoch, die Aktienbewertungen seien tief und die wirtschaftlichen Perspektiven hätten sich verbessert. Attraktive Alternativen zu den Beteiligungspapieren fehlten.

Die Richemont-Aktien fielen bei hohen Umsätzen um 5,6 Prozent. Der Luxusgüterkonzern hat im Weihnachtsquartal die Verkäufe um neun Prozent auf 2,86 Milliarden Euro gesteigert - weniger stark als von Analysten erwartet, die 2,89 Milliarden prognostiziert hatten. Der Konzern erklärte, kurzfristig seien die Aussichten im Asiengeschäft schwer einzuschätzen. Mit mehr als 50 Prozent Anstieg in den vergangenen zwölf Monaten habe der Kurs eine sehr positive Entwicklung vorweggenommen, sagten Börsianer. Dass es bei einer Enttäuschung zu Verkäufen komme, sei daher wenig erstaunlich. "Da braucht es nicht viel dazu", sagte ein Händler. Der chinesische Stern habe an Glanz verloren, kommentierte die ZKB und stufte Richemont auf "Marktgewichten" von "Übergewichten" zurück.

Im Sog von Richemont fielen die Anteile von Konkurrent Swatch um 1,9 Prozent. Der europäische Branchenindex büsste 0,5 Prozent ein.

Die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche belasteten den SMI mit Abschlägen von jeweils 0,4 Prozent. Auch die Titeln des Lebensmittelkonzerns Nestle trugen mit einem Minus von 0,2 Prozent zur Marktschwäche bei.

Die Aktien der Banken bewegten sich in engen Spannen. Credit Suisse notierten um 0,6 Prozent höher und UBS rückten 0,1 Prozent vor. Der europäische Branchenindex tendierte 0,2 Prozent höher.

Weder UBS noch Credit Suisse, Julius Bär oder Union Bancaire Privee (UBP) haben laut Kreisen Interesse an einer Übernahme der Schweizer Generali-Tochter BSI. Die Banken Safra und Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) gehörten dagegen zu den Bietern, hiess es.

Die Versicherungstitel schwächten sich meist ab. Zurich sanken um 0,3 Prozent. Swiss Re gaben stärker um ein Prozent nach.

Die Aktien zyklischer Unternehmen zeigten sich meist fester. ABB allerdings schwächten sich um 0,6 Prozent ab. Händler sprachen von Abgaben im Anschluss an die Verkaufsempfehlung von Morgan Stanley vom Freitag. Adecco dagegen legten 1,2 Prozent zu. Holcim gewannen mit Rückenwind durch eine Kaufempfehlung von Natixis 1,5 Prozent. Fitch hat zudem das Rating "BBB" des Zementkonzerns bestätigt.