Yen erholt sich vor BoJ-Entscheid - Aktien gefragt

Montag, 21. Januar 2013, 18:22 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der Yen hat am Montag vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung zur japanischen Geldpolitik eine Berg- und Talfahrt hingelegt.

Die japanische Währung fiel zunächst auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief, erholte sich dann aber wieder, weil Anleger ihre Gewinne sicherten. Am Aktienmarkt sorgten unterdessen Anzeichen für Fortschritte bei der Überwindung des US-Haushaltsstreits für verhaltenen Optimismus. Die Umsätze blieben in Europa allerdings extrem dünn, da die Wall Street wegen des Martin-Luther-King-Feiertages geschlossen blieb.

Investoren rechnen fest damit, dass die Bank von Japan (BoJ) am Dienstag ein Inflationsziel von zwei Prozent ausgeben wird und so lange japanische Staatsanleihen aufkauft, bis sie dies erreicht hat. Die japanische Regierung will die seit Jahren grassierende Deflation bekämpfen und mit dem schwachen Yen ihre Exportwirtschaft stärken.

Ein Dollar verteuerte sich am Montag zunächst auf bis zu 90,25 Yen. Gewinnmitnahmen drückten die US-Währung im europäischen Handel aber auf 89,75 Yen zurück. Der Euro konnte seine Anfangsgewinne ebenfalls nicht halten und verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 119,52 Yen. Der Euro notierte nahezu unverändert bei 1,3315 Dollar.

DAX UND EUROSTOXX AUF TUCHFÜHLUNG MIT JAHRESHOCHS

Am Aktienmarkt schloss der Dax zum Wochenauftakt 0,6 Prozent fester bei 7748,86 Zählern. Der Umsatz erreichte mit 1,57 Milliarden Euro aber gerade einmal Feiertagsniveau. Der EuroStoxx50 gewann ebenfalls 0,6 Prozent auf 2725 Punkte. Im Gegenzug zur höheren Risikobereitschaft der Anleger fiel der Bund-Future um 39 Ticks auf 142,93 Zähler. Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus sind nach eigenen Aussagen zu einer vorübergehenden Anhebung der Schuldenobergrenze bereit. Damit soll Zeit gewonnen werden, um einen neuen, langfristig tragbaren Haushalt zu verabschieden.

LUFTFAHRTWERTE TROTZ WINTERCHAOS IM AUFWIND

Nach positiven Analystenkommentaren zählten die Luftfahrtwerte zu den Favoriten an den europäischen Börsen. 2013 werde darüber entscheiden, ob die Sparbemühungen der Branche Früchte trügen, schrieb Credit-Suisse-Analyst Neil Glynn in einem Kommentar. Er lobte die Fortschritte bei der British Airways-Mutter IAG und Air France-KLM, deren Aktien sich um zwei beziehungsweise vier Prozent verteuerten. Das größte Kurspotenzial sehe er aber bei der Lufthansa, fügte Glynn hinzu. Die Analysten der Citigroup erhöhten zugleich ihr Kursziel für diese Titel auf 18 von 15 Euro.

Mit einem Plus von vier Prozent auf 15,02 Euro setzten sich Lufthansa-Papiere an die Spitze des Dax. "Dass die Lufthansa ausgerechnet heute so gut läuft, ist allerdings erstaunlich", sagte ein Händler. Am Frankfurter Flughafen, dem wichtigsten Drehkreuz für das Unternehmen, fielen wegen Schnee und Eis über 500 Flüge aus. Die Aktien des Flughafenbetreibers Fraport schlossen dennoch 0,3 Prozent fester. Air-Berlin-Titel gewannen 2,8 Prozent.   Fortsetzung...