Pharmawerte ziehen Schweizer Börse nach unten

Dienstag, 22. Januar 2013, 17:45 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Kursverluste der zwei schwergewichteten Pharmawerten Novartis und Roche haben am Dienstag die Schweizer Börse belastet.

Zudem sorgten Gerüchte und Spekulationen für Nervosität unter den Marktteilnehmern. An den europäischen Börsen liefen Gerüchte über eine Gewinnwarnung bei der Deutschen Bank und über Verluste bei der italienischen Monte Paschi um und setzten die Kurse unter Druck. Umgehend dementiert wurden Gerüchte über einen Rücktritt des Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann. Mit dem besser als erwarteten deutschen ZEW Index beruhigten sich die Gemüter wieder und die Kurse holten ihre Verluste zum Teil wieder auf. Dann aber lasteten schwache US-Konjunkturdaten erneut auf den Beteiligungspapieren.

Der SMI schloss nach einem Tagestief bei 7280 Punkten bei 7292 Zählern, was einem Tagesverlust von 0,6 Prozent entsprach. Der breite SPI ermässigte sich ebenfalls um 0,6 Prozent auf 6719 Zähler.

Das deutsche ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung in den kommenden sechs Monaten kletterte im Januar um 24,6 Zähler auf 31,5 Punkte. Das ist der beste Wert seit Mai 2010, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung mit.

Einen bewegten Verlauf zeigten die Aktien der Banken. Die Spekulationen über Deutsche Bank und über einen grossen Verlust bei der italienischen Bank Monte Paschi belasteten laut Händlern den ganzen Sektor. Finanzkreisen zufolge hat sich an den Ergebnis-Zielen der Deutschen Bank aber nichts geändert. Ein Zeitungsbericht, wonach Monte Paschi aus Derivate-Geschäften ein Verlust von 220 Millionen Euro drohe, sorgte für Aufsehen. Das Institut betonte, die fraglichen Transaktionen würden derzeit überprüft. Deren finanziellen Auswirkungen könnten bislang aber nicht beziffert werden.

Die UBS-Titel notierten zum Schluss 0,87 Prozent schwächer. Credit Suisse legten dagegen 0,7 Prozent zu. Eine Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung der Citigroup habe die CS-Aktie gut unterstützt, sagten Händler. Die Assekuranzwerte tendierten mehrheitlich schwächer.

Novartis verloren 1,3 Prozent. Abgaben vor der Veröffentlichung des Jahresergebnisses machten der Aktie des Pharmariesen zu schaffen. Roche ermässigten sich um 0,7 Prozent und Actelion sackten um 2,9 Prozent ab. Exane BNP hatte beide Titel auf "Neutral" von "Underperform" herabgestuft.

Die Aktien von Richemont, die am Vortag 5,6 Prozent verloren hatten, weil der Luxusgüterhersteller ein schwächer als erwartetes Umsatzwachstum im dritten Quartal veröffentlicht hatte, erholten sich um 1,35 Prozent. Dagegen standen Swatch weiter unter Druck und büssten 1,4 Prozent ein. Sie waren am Montag im Fahrwasser von Richemont ebenfalls gefallen.

Der besser als erwartete ZEW Index konnte den Aktien zyklischer Firmen nur wenig helfen. ABB, Fischer, Geberit und Holcim gaben bis zu einem Prozent nach. Adecco und Clariant rückten leicht vor.

In der zweiten Reihe gaben Temenos mehr als zwei Prozent nach. Interroll und Autoneum legten deutlich zu.