Pharmatitel ziehen Schweizer Börse nach oben

Mittwoch, 23. Januar 2013, 17:53 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Mittwoch kräftig zugelegt und sich deutlich besser als die meisten anderen europäischen Handelsplätze entwickelt.

Mit kräftigen Kursgewinnen im Mittelpunkt standen die schwergewichtigen Papiere der als krisensicher geltenden Pharmafirmen Novartis und Roche sowie die Nestle Aktien. Besser als erwartete Ergebnisse der beiden US-Technologieriesen IBM und Google und ein Anstieg des Schweizer ZEW-Indikators hellten nach Händlerangaben die Stimmung zusätzlich auf.

Der SMI Schloss 1,37 Prozent höher auf 7392 Punkten. Mehr als 60 der insgesamt rund 100 Punkte, um die der Leitindex zulegte, gingen auf das Konto von Novartis. Auf Roche und Nestle entfielen jeweils rund 20 Punkte. Der breite SPI gewann 1,25 Prozent auf 6794 Zähler.

Die Novartis-Aktie legte vier Prozent auf 62,55 Franken zu. Bei 63,50 Franken markierte die Aktie den höchsten Stand seit Juli 2008. Der Pharmariese meldete einen Gewinnanstieg um vier Prozent auf 9,62 Milliarden Dollar. Zugleich kündigte der langjährigen Verwaltungsratspräsidenten Daniel Vasella seinen Rücktritt an. Dem Konzern macht die Generika-Konkurrenz für wichtige Medikamente zu schaffen. 2013 dürfte der Umsatz unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen stagnieren und der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn sogar um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag schrumpfen. Für 2014 stellte der Basler Konzern eine Rückkehr zum Wachstum in Aussicht.

Dass die Aktie so kräftig anzog war nach Händlerangaben wohl darauf zurückzuführen, dass der Ausblick nicht ganz so negativ ausfiel wie zuletzt im Markt befürchtet wurde. Die Novartis-Titel hatten im Vorfeld der Ergebnisveröffentlichung stark an Wert verloren. "Da war wohl etwas viel Pessimismus dabei. Das holen wir nun wieder auf", sagte ein Börsianer. Citigroup stufte die Aktie mit Kursziel 72 Franken auf "Buy" hoch.

Der Genussschein des Rivalen Roche, der kommende Woche den Jahresbericht vorlegt, legte im Sog von Novartis um zwei Prozent zu. Nestle zogen um gut ein Prozent an.

"Auch Futures-bezogene Käufe dürften den drei Schwergewichten Auftrieb gegeben haben", sagte ein Händler.

Bankaktien bröckelten ab. Credit Suisse verloren 1,7 Prozent und UBS sanken um 0,25 Prozent. Europaweit gaben die Banken Terrain preis. Vontobel gaben drei Prozent nach.

Die Anteile zyklischer Firmen drehten im Verlauf in die Gewinnzone. ABB holten anfängliche Einbussen auf und tendierten zuletzt etwas fester. Händler sagten, ABB stehen wegen Siemens etwas unter Druck. Der Konkurrent hatte vor einer Abschwächung der industriellen Nachfrage gewarnt.   Fortsetzung...